Silverlane - My Inner Demon - Cover
Große Ansicht

Silverlane My Inner Demon


  • Label: Drakkar/SonyBMG
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie Metal klingen soll und muss und kann, das ist den meisten bekannt. So auch der Gruppierung Silverlane, schließlich ist der Drummer Simon Michael großer Fan eben solcher Musik. So hat der Subway To Sally-Drummer mal eben so die Band „Silverlane“ aus dem Boden gestampft um „progressiven Power Metal“ zu betreiben, wie er es nennt. Zusammen mit Ecki Singer (Gesang), Uli Holzernmer (Gitarre), Chris Alexander (Gitarre), Daniel Saffer (Bass) und Dodo Schmitt (Keyboard) will er sich abseits jeglichen Klischees aufhalten, was allerdings von der ersten Sekunde an danebengeht. Ob das jetzt wirklich negativ ist, finden wir heraus.

Von den ersten Klängen des Openers „Wings Of Eternity“ weiß man, in welcher Sparte man sich befindet. Das ist melodischer Metal und keine Ausreden: Es sind höchstens Nuancen, die diese Musik „neu“ machen. An und für sich und für alles überhaupt ist das Metal, wie er im Buche steht. Eine epische Hymne, die mal schwere Gitarren auspackt und immer wieder von gekonnten Loops des Keyboards lebt. Gutes altes Hausrezept, das gut umgesetzt wird, den Anspruch an das Progressive aber weit verfehlt. Besonders beim anschließenden „Miracle“ wird deutlich, dass Michaels Musik klar vorgefärbt ist. Das Album ist mehr wie eine Ode an seine Lieblingsbands. Ein straighter Melodic-Rocker. Vergebens sucht man nach Neuerungen, wird dafür mit einem klassischen (!) Gitarrensolo verwöhnt.

Verabschieden wir uns jetzt endlich von diesem nervigen Anspruch und genießen einfach die Musik. Da fällt sofort auf, dass alles stimmig wirkt und nirgends zu viel oder zu wenig ist, doch irgendwas fehlt. Oder anders gesagt: Es gibt von etwas zu viel. Die Lieder sind großteils austauschbar, da die Stimmung sehr identisch ist und das schmälert den Spaß doch. Erst der Titelsong schafft es wieder, sich abzusetzen und für eine neue Klangebene zu sorgen. Wer hofft, dass es so weitergeht, wird nur teilweise bestätigt, denn „Tears Of Pain“ ist nur anders, weil es die erste Ballade ist. Na, hurra! Aber das gehört nun mal irgendwie im heutigen Musikgeschäft dazu. Dafür belohnt Silverlane den Hörer danach mit dem Höhepunkt des Albums. Erst stimmt das orientalische „In The Desert“ ein und dann rockt „Kingdom Of Sand“ gewaltig das Haus, den Schuppen oder den Fiat Mazda, wo man auch immer gerade ist. Das ist Abwechslung und wieder fällt auf, dass die Keyboardarbeit sehr gut ist und der Hörer sich so nur minimal nach einem Orchester sehnt.

Jetzt sind sie richtig heiß und legen mit „Full Moon“ gleich das nächste orientalisch angehauchte Stück nach. Nur der 08/15-Refrain macht das wunderschöne Bild kaputt, dass da für die Ohren gemalt wird. Auch diesmal wieder tolle Gitarrensoli und klasse Atmosphäre. Metal mit Synthies, der nicht altbacken klingt. Das kriegen leider nicht alle hin. Sehr schön. Wer hofft, dass auch „Serenade Of The Wind“ wieder ein ganz großes Kaliber ankündigt, wird vom recht gewöhnlichen „The Dark Storm“ wohl ein wenig enttäuscht. Das ist wieder nur oberer Durschnitt, der hier abgeliefert wird. Und die abschließende Ballade „Slowly“ ignorieren wir jetzt mal. Nein, sie ist nicht schlecht, aber irgendwie will das so gar nicht ins Bild passen, denn der Hörer muss von nichts runterkommen. Er will es lieber noch mal richtig krachen hören, denn Power und Prog kamen definitiv zu kurz. Und wie eine Selbsterkenntnis verzichten Silverlane nur im Ansatz eben diese Elemente abschließend zu bringen, sondern bringen eine ruhige, ganz schnörkellose Ballade zum Abschluss. So ist das nicht mehr als ein großer Potenzialpool der ungenutzten Möglichkeiten und Ideen, in welchem ein paar große Fische ohne Herausforderung schwimmen.

Anspieltipps:

  • Kingdom Of Sand
  • Slowly
  • My Inner Demon

Neue Kritiken im Genre „Power Metal“
7/10

Riding The Storm: The Very Best Of The Noise Years 1983-1995
  • 2016    
8/10

Ride The Sky: The Very Best Of 1985-1998
  • 2016    
Diskutiere über „Silverlane“
comments powered by Disqus