N.A.S.A. - The Spirit Of Apollo - Cover
Große Ansicht

N.A.S.A. The Spirit Of Apollo


  • Label: Anti Records/SPV
  • Laufzeit: 74 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn so ziemlich alles was Rang und Namen hat (oder hatte) sich auf einer HipHop-Compilation blicken lässt, dann horcht man doch gerne mal auf. Method Man, RZA, Karen O, Tom Waits, Kanye West, David Byrne und Del Tha Funkee Homosapien um nur mal einige zu nennen, sind auf der Gästeliste von N.A.S.A. vertreten. Da sind auch einig untypische für das lässige Genre, aber umso interessanter wird es doch. Besonders der Name Tom Waits lässt doch aufhorchen.

Gleich von Beginn an geht das Album mit dem etwas sehr klischeebetuchten Cover in die vollen. „The People Tree“ strotz vor Groove und mit dem poppigen Refrain von David Byrne entsteht ein Lied, das in Heavy Rotations zu Recht wieder finden dürfte. Das hier nicht an einem Stil festgehalten wird, dürfte bei so vielen Gästen klar sein, aber der akustische Beweis folgt gleich mit „Money“, das sich ganz klar auf Sean Pauls Terrain aufhält und sich darum einen feuchten Kehricht schert. Auch hier darf Byrne noch mal eingreifen, was richtig entrückt wirkt und deswegen wohl auch so interessant. Ansonsten ist das zwar kein Meisterstück, hält die Hörer aber in Bewegung.

Mit „N.A.S.A. Music“ erscheint der erste kleine Negativpunkt, denn dieses Lied klingt zu konventionell. Das ist immer noch solide, aber hier fehlt das gewisse Etwas, dass man sich bei so vielen verschiedenen Musikern wünscht. So wie „Way Down“ eine superbe Mischung darstellt, was allein schon an der Besetzung liegt. Barbie Hatch sorgt für soulig-funkige Stimmung, die von niemand anderem als John Frusciante im Hintergrund per Gitarre unterstützt wird und damit der Hip-Hop nicht zu kurz kommt, sorgt niemand anderes als RZA für das raue Feeling. Bei so einer großen Sparten sind manche Songs natürlich ein wenig sehr normal, wie das anschließende „HipHop“, doch für die interessanten Crossovers lohnt es sich. „Spacious Thoughts“ zum Beispiel ist das wohl eindrucksvollste Stück des gesamten Albums und nicht etwa, weil die Instrumentalisierung so Interessant ist, sondern weil Tom Waits’ Stimme wie eine Urgewalt durch den Song walzt und schlichtweg alles platt macht.

Welches Lied am Rande erwähnt werden muss, ist auf jeden Fall „Gifted“. Es vergehen keine zwei Sekunden und man weiß, dass Kanye West hier nicht nur mitgewirkt, sondern auch das Sagen hat. Dieses Lied ist einfach zu bezeichnend für ihn. Sowas ist ein wenig traurig, weil N.A.S.A. selbst durch so etwas an Integrität verliert. Aber das ist wohl nur halb so schlimm, denn es ist immer gut, jemanden wie West als Zugpferd für ein Album zu haben. Was sich der Hörer aber auch sonst noch wünscht, sei es „Partymucke“ oder zurückgelehnter Old-School-Hip-Hop. Bis zur verrückten Elektroeinlage ist alles dabei. Leider lassen die meisten Songs das ausgefeilte Gefühl einer Single vermissen und auf einer Compilation sollte dies ja umso wichtiger sein, denn ein richtiges Gesamtbild entsteht bei so vielen Künstlern natürlich nicht. Doch plötzlich kommt das „N.A.S.A. Anthem“ und man fragt sich warum diese beiden Songs (ein Bonustrack ist natürlich dabei) bis zum Ende warten mussten. Der eigentliche Song ist toll instrumentalisiert und erschafft eine pompöse Stimmung, während das Bonuslied sehr entspannt und einfallsreich den Hörer verabschiedet. So kommt halt ein großes Potpourri heraus, das öfters in zu einfache Muster verfällt.

Anspieltipps:

  • The People Tree
  • Way Down
  • N.A.S.A. Anthem

Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
7/10

Das Goldene Album
  • 2016    
Diskutiere über „N.A.S.A.“
comments powered by Disqus