Beirut (Zach Condon) - March Of The Zapotec And Realpeople Holland - Cover
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Beirut (Zach Condon) March Of The Zapotec And Realpeople Holland


  • Label: Pompeii Records/INDIGO
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Conor Oberst der Balkan-Blasmusik verarbeitet zwei eigenständige Ep’s zu einem quasi-Longplayer, dessen musikalische Grundvorraussetzungen unterschiedlicher kaum sein könnten. Auf „March Of The Zapotec“ musiziert „Beirut“ Mastermind Zach Condon zusammen mit einer südamerikanischen Mariachi-Band während sich „Realpeople: Holland“ irgendwo zwischen Dance-Floor, Indietronic und Synthie-Klängen positioniert.

Der erste Teil der vorliegenden Doppel-EP klingt dann auch noch eher nach dem „Beirut“, das man vom Balkanchanson des Vorgängers „The Flying Club“ gewohnt war. Mit dem Unterschied, dass „March Of The Zapotec“ nicht ausschliesslich von slawischen Einflüssen sondern auch von den Mitgliedern der jungen mexikanischen „Jimenez Band“ dominiert wird. Sechs äußerst traditionell angehauchte Lieder, von denen besonders der wilde Rummelplatz-Humptata-Walzer „The Shrew“ und das mit langsamen Tempo und gleichförmigen Rhythmus einen Trauermarsch intonierende „The Akara“ hervorzuheben sind.

„Realpeople: Holland“ lässt dann den Tequila unter der Theka und nimmt stattdessen einen kräftigen Schluck aus der grell-bunten Alkopopflasche. Bei „My Night With The Prostitute From Marseille“ glaubt man sich zunächst in das 90er Euro-Dance-Jahrzehnt zurückversetzt. Aber wenn dann Zach Condon einsteigt und die Melodie sich entfaltet, formt sich das Ganze zu einer sehr unterhaltsamen Mid-Tempo Version Marke „Get Well Soon“ oder der elektronischen „Bright Eyes. Auch die Club kompatiblen, elektropoppigen und angenehm Bass-gedämpften „My Wife, Lost In The Wild“, und „Venice“ überzeugen als ein bittersüß-experimentelles Soundgetüftel. Ein Freund von mir meint, mit dieser Zigeuner-Musik könne er rein gar nichts anfangen. Überall nur Cellos, Violinen und stinklangweiliger Kram.

Nur ein Funken Wahrheit. Denn diejenigen die eher auf der harten Schiene fahren oder wie er einen sehr beschränkten Blickwinkel in Sachen guter Musik haben, werden zumindest mit den ersten sechs Songs in etwa so viel anfangen können, wie Prinz Poldi mit Bayern München. Alle anderen, die auch mal gerne über den Mainstream-Tellerand hören, können sich an einer guten Hälfte eins „March Of The Zapotec“ und der noch besseren zweiten „Realpeople: Holland“ erfreuen.

Anspieltipps:

  • La Llorona
  • The Akara
  • My Night With The Prostitute From Marseille
  • Venice

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