Crystal Stilts - Alight Of Night - Cover
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Crystal Stilts Alight Of Night


  • Label: Angular Records/ALIVE
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es kommt nicht von ungefähr, dass diese Band bis vor kurzem noch eine Cover-Version der Velvet Underground Nummer „Temptation Inside Your Heart“ auf ihrer Homepage veröffentlichten. Denn die musikalischen Einflüsse der Crystal Stilts sind unüberhörbar vom Kellerflair eines Andy Warhol Dunstkreises geprägt und dieser steht den Wahl New Yorkern obendrein äußerst gut zu Gehör.

Mit plumper Nachäfferei des samtigen Untergrund-Klangspektrums hat man es auf „Alight Of Night“ jedoch beileibe nicht zu tun. Die fünf Kristallkerzen um das dunkle Friedhof-Timbre ihres Sängers Brad Hargett schnüren ein schwermütiges obgleich schmuckes Indie-Paket, das über die gesamten 37 Minuten Spielzeit weder nach billigem Plagiat noch nach musikalischer Einfallsarmut klingt. Der andauernde Zwist von Hargetts düsterer Stimme mit der transparenten Instrumentierung seiner Bandkollegen zieht sich wie ein blutroter Faden durch das Debüt der Crystal Stilts. Bereits der mürrische Opener „The Dazzled“ ist entgegen seines monotonen Rhythmus enorm eingängig und erstickt andererseits jede aufkeimende Heiterkeit im Takt.

Auch das zackige „Pulp Fiction“-Gedächtnis-Riff des nostalgisch angeorgelten Titeltracks, das tief melancholische „Graveyard Orbit“ oder die melodische Mundharmonikapassage eines „Shattered Shine“ könnten allesamt als bisher unveröffentlichte Outtakes der Kultband um John Cale und Lou Reed durchgehen. „Prismatic Room“ ist breit musizierter und treibender Noise-Pop, bei dem man meinen könne, das Quintett aus Brooklyn würde einen von „The Velvet Underground“ gecoverten Song der frühen „The Doors“ erneut durch den Bandeigenen Kreativwolf drehen. Auch der schwindelnd und taumelnde Rhythmus eines „Verdant Gaze“ oder der akustisch weit entfernt anmutende Album-Exit „The City By The Sea“ können das hohe musikalische Niveau der Crystal Stilts durchweg halten.

„Alight Of Night“ ist der imposante Erstling einer Band, die ihre Kraft aus den beinahe hypnotischen Arrangements, einem geradlinigen Songwriting und dem gekonnten Zusammenspiel lebendig-heller Gitarrenmusik mit dem dunklen Timbre ihres Leadsängers bezieht und so dem künstlerischen Esprit um die berühmteste Cover-Banane der Musikgeschichte einen neuen Auftrieb verleiht.

Anspieltipps:

  • The Dazzled
  • Shattered Shine
  • Prismatic Room
  • The City By The Sea

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