Architects - Hollow Crown - Cover
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Architects Hollow Crown


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 41 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Haben die Briten etwa meine Kritik zur Neuveröffentlichung ihres Zweitlings „Ruin“ im letzten Jahr gelesen? Denn der Hauptkritikpunkt waren die gut gesungenen und für meinen Geschmack zu wenig eingesetzten cleanen Vocals von denen wir auf „Hollow crown“ eine ganze Ladung mehr abbekommen ohne dabei viel an der hochgelobten Aggressivität einbüßen zu müssen! Denn weiterhin bleibt das Markenzeichen der fünfköpfigen Band kompromissloser Metalcore gepaart mit leichten Death-Metal-Avancen. Sam Carter, seines Zeichens Shouter und Sänger der Band wurde auf dem letzten Album erst während des Entstehungsprozesses hinzugeholt und konnte somit damals auch noch wenig Einfluss auf das Album nehmen. Dem neuen Werk merkt man jedoch deutlich die bessere Kollaboration von Gesang und Instrumenten an. Das Gefühl einer Einheit macht sich im Kopf breit und lässt sich die ganze Zeit nicht aus ebenjenem entfernen.

Der Opener macht keine großen Faxen: Intro? Gemütlicher Start? Fehlanzeige! Die Briten geben von der ersten Sekunde an Vollgas. Verschachtelt, Stop, Break und weiter geht’s, cleaner Gesang in der Bridge, wow! So gebrochen wie der letzte Satz daherkommt, klingt „Early grave“ auch nach dem ersten Durchlauf. Der zweite offenbart dann gewisse erkennbare Strukturen und lässt den Fuß, wenn auch noch etwas unbeholfen, an der einen oder anderen Stelle mit wippen. Das gut verschachtelte „Dethroned“ hält das Tempo weiterhin hoch und lässt auch eine weitere Episode von „Harter Tobak trotz cleanen Gesängen“ nicht vermissen. Auf ebenjene verzichtet „Numbers count for nothing“ vollständig. Die eher simpel gehaltene Grindcore-Nummer pendelt sich nach einem anfänglich hohen Tempo im mittleren Bereich ein.

„Follow the water“ ist zu zwei Dritteln eine hundertprozentige Hardcore-Nummer ehe nach einem Stop ruhigere Klänge Einzug halten. Experimentierfreudig zeigen sich die Briten dann beim folgenden „In elegance“. Denn hier verzichtet die Truppe fast gänzlich auf Shoutvocals was, wenn auch sicher nicht jedem Fan sein Geschmack, doch ziemlich gut gelungen ist! „Death March“ ist einer der besten Stücke des Albums und besticht vor Allem durch seine genialen Riffs und die perfekte Verschmelzung von cleanen und Shoutvocals. Die größte Überraschung hat sich die junge Band (Durchschnittsalter 21) allerdings für das Ende aufgespart, denn der Titelsong ist, man mag es eigentlich kaum sagen, eine Ballade! Kein Scherz und man glaubt nicht, wie perfekt es die Briten hinbekommen haben, einen ruhigeren Song zu zaubern.

Zusammenfassend kann man das neue Album als eine gekonnte Weiterentwicklung auf hohem Niveau, ohne auf das Altbewährte zu verzichten, bezeichnen. Leichte Abstriche in der B-Note gibt es für den Gesamteindruck des Werkes, welches zunächst durch die scheinbare Komplexität der Songs und die Verschachtelungen eine Weile braucht, bis es anläuft. Nach einer genügend hohen Anzahl von Durchläufen wäre jedoch eine Spur mehr technische Versiertheit wünschenswert. Vergleichbar ist die Laune des Zuhörers unter diesen Gesichtspunkten am ehesten mit einer Gauß-Glockenkurve, bei welcher allerdings der Abstieg deutlich schwächer als der Anstieg ist. Wem das zu mathematisch klingt, bei wem gerade kleine oder größere Fragezeichen über dem Kopf schwirren und wer durchaus auf aggressiven Metalcore steht, der sollte sich von diesem kleinen Kritikpunkt nicht blenden lassen und zugreifen. Es lohnt sich!

Anspieltipps:

  • Early grave
  • Death march
  • Hollow crown

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