Steven Wilson - Insurgentes - Cover
Große Ansicht

Steven Wilson Insurgentes


  • Label: Kscope Records/SPV
  • Laufzeit: 55 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Einer der ganz großen im Geschäft des Prog-Rock ist mit Sicherheit Porcupine-Tree-Frontmann Steven Wilson. Auch als Blackfield behält er denselben Stil, poppigen Rock mit progressiven Elementen und manchmal einer guten Portion Härte, bei und nun macht er es also ganz allein. Steven Wilson als Steven Wilson und natürlich drängt sich bei diesem Line-Up die Vermutung in den Vordergrund, das alles beim Alten bleibt. Bei zehn Stücken, die zusammen über fünfzig Minuten lang sind, weiß man, dass zumindest die Liedlängen typisch für den Briten sind, aber wir wollen ja keine Vorurteile haben.

Vergessen Sie einfach, was eben gesagt wurde. Es brauch keine Minute, bis sich Porcupine-Tree-Fans heimisch fühlen. Eine Symbiose aus der teilweise Angst einflößenden Ruhe des letzten Outputs und In Absentia bildet eine Rockhymne, die zwar eintönig, aber auf jeden Fall stimmig daherkommt. Steven Wilson macht kein Geheimnis aus sich und seiner Musik. Auch aus seiner Liebe zu dem, was so viele Leute an progressiver Musik nicht mögen. „Salvaging“ knarrt gute acht Minuten vor sich hin, mit einigen hübschen Passagen, doch der große, nichts sagende Klangteppich beherrscht das Gesamtbild. Hier hat der gute Mann sich mal wieder übermannen lassen. Dass Wilson daraufhin ein weiteres ruhiges Stück folgen lässt, wie es schon „Abandoner“ war, ist nicht unbedingt eine große Hilfe. Ein Wachmacher wäre jetzt von Nöten, denn ohne den ruhigen Songs ihr Potenzial abzusprechen: Ein „Collapse Into The Light“ sind die Songs bisher nicht und ein wenig „konventioneller“ Prog-Rock wäre jetzt eine willkommene Abwechslung.

Wie aus trotz kommt mit „No Twilight Within The Courts Of The Sun” aber wieder ein Neunminutenbrocken, der keine wirklich klare Linie vorweist, sondern sich zu gerne in sich selbst verliert. Dann kommt mit „Significant Other“ jedoch endlich wieder ein Track, der eine klare Linie aufweist, diese düstere, dennoch melodiereiche Atmosphäre aufbaut, wie wir sie von Wilsons sonstigen Projekten kennen und lieben. Allerdings reicht es nicht an jene Bands heran. Allerdings geht die Formkurve jetzt klar bergauf und auch „Only Child“ weiß zu gefallen, ohne allerdings überschäumende Euphorie auszulösen.

Und weil es doch so schön war, widmet sich Steven Wilson mit den letzten drei Songs des Albums wieder den Balladen. Na wunderherrlichst! „Twilight Coda“ ist schlichtweg ein Atmosphärestück und würde dieses Album teilweise nicht davor platzen, wäre es vielleicht eine willkommene Einlage. „Get All You Deserve“ ist eine Nummer, die sich ohne wirkliche Melodie fortbewegt und ein knarzendes Crescendo als düsteres Element gebraucht. Auch hier hätte man mehr draus machen können. Es scheint oft auf diesem Album, als hätte Wilson eine Idee gehabt, diese dann aber nicht weiter bearbeitet, sondern einfach umgesetzt. Dass „Insurgentes“ dann als Titeltrack die beste Ballade, aber eben eine Ballade ist, ist bezeichnend für das Gesamtbild dieses Albums. Keine Meilenstein, aber gut umgesetzte Musik. Allerdings fällt Wilson weit hinter den Erwartungen zurück und verschläft es, einen musikalischen roten Faden in dieses Album zu bringen. So besteht „Insurgentes“ aus zehn verstreuten Ideen, die nicht zueinander finden, allein stehend aber auch nicht genug Kraft zum überleben haben.

Anspieltipps:

  • Harmony Korine
  • Siginificant Other
  • Insurgentes

Neue Kritiken im Genre „Prog-Rock“
6.5/10

The Mission
  • 2017    
Diskutiere über „Steven Wilson“
comments powered by Disqus