Cattle Decapitation - The Harvest Floor - Cover
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Cattle Decapitation The Harvest Floor


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 38 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die vierte Platte der Rinderenthaupter ist um Welten besser und stimmiger ausgefallen, als vorangegangene Übeltaten.

Es tut mir leid, aber ich esse noch immer Fleisch. Woran das liegen kann, nachdem eine Platte von den misanthropischen Vegetariern von Cattle Decapitation in meinem CD-Spieler rotieren durfte? Nun zum einen, weil Sänger und Frontgänseblümchen (Frontsau wäre im Kontext der Band wohl eher unangebracht) Travis Ryan seine Texte dermaßen unrhythmisch, schwer verständlich und monoton ins Mikro kotzt, dass einem jeglicher Genuss des Tier- und Umweltschutzpamhplets der Amerikaner vergeht und weil die Instrumentenabteilung, die sich aus Josh Elmore (Gitarre), Troy Oftedal (Bass) und Michael Laughlin (Schlagzeug) zusammensetzt, bei jedem haarsträubendem Rhythmuswechsel aufgrund der allzu harschen und abrupten Darbietung meine Fußnägel aufstellen lässt. Jedenfalls ist auch „The harvest floor“ wieder eine Platte für all jene, die nicht nur den Menschen wegen seiner Taten an sich, sondern sich selbst gleich dazu nicht besonders mögen, denn der mittlerweile vierte Longplayer aus dem Hause der Rinderenthaupter, ist wieder eine abartige Klasse für sich.

Nach kurzem Intro, dass wohl die Szenerie des Covers unterstreichen soll (Schreiende Menschen werden wie Tiere in einen Schlachthof getrieben), geht es auch schon los mit der ersten Deathgrind-Attacke, die neben tiefen Grunzern und anprangernden Schreien von Ryan noch heftigen Doublebasseinsatz mit gegenläufigen Gitarrenriffs spendiert bekommt. Das Verwunderliche daran: „The gardeners of Eden“ weist so etwas wie eine nachvollziehbare Struktur auf, die beim Vorgänger „Karma bloody Karma“ (06/2006) fast gänzlich vermisst wurde. Nach dem allerdings recht grenzwertigen Gefrickel in „A body farm“, steht mit „We are horrible people“ dann sogar eine recht gefällige Todesblei-Breitseite auf dem Plan, die wohl rein dafür geschrieben würde, dass sich das Individuum vor den Boxen dabei ordentlich das Genick bricht. Dieses Schema verfolgen Cattle Decapitation dann den Rest der Platte und lästiges, kaum verständliches Gegrummel wechselt sich mit Grunzern, Kotzlauten und ähnlichen Schweinereien ab, die entweder übelstem Grindcore anheim fallen oder deftig bollerndem Death Metal.

Besonders schwer verdaulich sind dabei die wahllos eingestreuten, hoch gespielten Gitarrenparts oder alles ad absurdum führende Taktwechsel, die vor allem den Mittelteil der Platte zu einem reinen Ärgernis machen, da ansonsten auf „The harvest floor“ viele interessante Ansätze versteckt sind, die der eine oder andere wegen dieser unbarmherzigen Strapazen vielleicht gar nicht auf sich nehmen will. Nichtsdestotrotz muss hervorgehoben werden, dass die vierte Platte der Rinderenthaupter um Welten besser und stimmiger ausgefallen ist, als vorangegangene Übeltaten, denn allein die vergleichsweise sattere Produktion, sowie der ruhige und leicht verstörende Titeltrack zeigen, dass sich Ryan & Co. dieses Mal Gedanken um die Songs gemacht und nicht nur ein wenig auf ihren Instrumenten herumgespielt haben.

Anspieltipps:

  • The Harvest Floor
  • The Gardeners Of Eden
  • We Are Horrible People

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