Autumn - Altitude - Cover
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Autumn Altitude


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit dem Ausstieg von Nienke de Jong wurde Autumn nach dem fehlenden Durchbruch, der mit den Verträgen bei Major Sony bzw. Universal für die ersten beiden Alben Hand in Hand hätte gehen sollen, erneut ein harter Schlag versetzt, war die Niederländerin schließlich für viele einer der Gründe sich neues Material der holländischen Truppe (Jens van der Valk (Gitarre), Mats van der Valk (Gitarre), Jerome Vrielink (Bass), Jan Munnik (Keyboard) und Jan Grijpstra am Schlagzeug) ins Regal zu stellen. Nichtsdestotrotz macht die Gothic Metal-Truppe mit „Altitude“ da weiter, wo Nienke auf dem Vorgänger „My new time“ (05/2007), der einen neuen Deal mit Metal Blade mit sich brachte, ihre Abschiedsvorstellung gab.

Bereits das erste Auftreten der neuen Mikrophonschwingerin Marjan Welman macht eindeutig Lust auf Mehr, darf sie schließlich nach einleitender instrumentaler Eruption neben leise klimpernder Gitarre ihren kompletten stimmlichen Umfang präsentieren, der neben einem warmen und einfühlsamen Timbre auch höhere Töne beherrscht. Dummerweise fördert „Paradise nox“ auch die unausgewogene Abmischung zu Tage, gegen die Marjan in diesem und vielen anderen Tracks auf „Altitude“ („Skydancer“, „The heart demands“, „Sulphur rodents“) keine Chance hat, da ihr Organ entweder zu stiefmütterlich in den Hintergrund verfrachtet wurde oder ihr schlicht und ergreifend die Power fehlt um mit den harten Riffs, den tieftönenden Argumenten des Drumkits oder dem melodieseligen Keyboard zu konkurrieren.

Am stärksten und treffsichersten bleiben die sechs Niederländer aber ohnehin in den balladesken, mit Melancholie versetzen Stücken wie „Synchro-minds“, „Altitude“ oder „Answers never questioned“, auch wenn letzterer durch seine Struktur stark an „My immortal“ von Evanescence erinnert, obwohl sich Autumn Streicherballast und Pathos schenken und der aufbäumende Schluss wesentlich zurückhaltender gestaltet wurde als bei Amy Lee und ihren Mannen. Dies fällt allerdings mehr als positiv auf, da es schön zu hören ist, dass sich der Sechser nicht in die ausgetrampelten, aber womöglich kommerziell ertragreicheren Pfade der gefühlsduseligen Gothic Metal-Bands begibt. Ein weiteres Plus besteht zusätzlich darin, dass dort vor allem Neuzugang Welman mit ihrer einfühlsamen Darbietung punkten kann ohne im nächsten Moment von ihren Bandkollegen erstickt zu werden.

Das holländische Gespann bleibt sich auf Album Nummer 4 also selber treu und bietet wehmütiges Liedgut feil ohne jemals in die Nähe von Kitsch abzugleiten. Eigentlich schade, dass die herrische Produktion eine höhere Wertung versagt.

Anspieltipps:

  • Altitude
  • Horizon Line
  • Synchro-Minds
  • Cascade (For A Day)

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