Lazarus A.D. - The Onslaught - Cover
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Lazarus A.D. The Onslaught


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die letzte Exodus „The atrocity exhibition: Exhibit A” (10/2007) war zu lasch? Das groß angekündigte Comeback von Testament mit „The formation of damnation“ (04/2008) war mehr Enttäuschung denn Wohltat und die ganzen uninspirierten Nachahmer-Bands wissen sowieso nicht wie man den Thrash-Knüppel schwingt? Falsch! Lazarus A.D. aus Kenosha, Wisconsin machen mit ihrem Debüt „The onslaught“ alles richtig und klingen dabei schon dermaßen abgebrüht und zielsicher, dass niemand, der sich irgendwann einmal mit dem wuchtigen Sound der Bay Area-Legenden identifiziert hat, an der sowohl technisch als auch aggressiven Darbietung der vier Jungspunde Dan Gapen (Gesang, Gitarre), Alex Lackner (Gitarre), Jeff Paulick (Bass, Gesang) und Ryan Shutler (Schlagzeug) vorbeikommt.

Gleich die beiden Eröffnungsstücke „Last breath“ und „Thou shall not fear“ knallen eine vorzügliche Breitseite vor den Latz, die neben kleineren progressiven Spielereien auch mit herrlich altmodischem Songwriting aufwarten, was die Parallelen zu den eingangs erwähnten Bands und den eigenen Maßstab, den sich Lazarus A.D. gelegt haben, sofort offen legt. Dabei wirken die Amis nie verkrampft oder angestrengt, sondern schrubben völlig befreit mehrere Riff-Kanonaden aus ihren Äxten, bauen mühelos ein flottes Solo ein, Drummer Shutler bearbeitet seine Felle mal mit Schallgeschwindigkeit mal rhythmusbetont und Sänger Gapen meistert mühelos den Spagat zwischen angepisster Hardcore-Attitüde und erdigem Thrash-Shouting als ob er Rob Dukes unehelicher Sohn wäre.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Kompromisslosigkeit mit der hier ans Werk gegangen wurde, denn trotz fehlender Intermezzi, ausufernder Instrumentals, klaren Gesangslinien, orchestralem oder symphonischem Beiwerk, Outros oder Intros wird „The onslaught“ mit Ausnahme der minimal schwächeren Songs „Rebirth“ und „Lust“ (obwohl gerade letzterer Track in der letzten Minute ein Feuerwerk der Extraklasse abbrennen lässt) nie langweilig und zischt unentwegt mit 180 aus den Boxen. Lazarus A.D. scheinen sich eben voll und ganz auf ihre (anscheinend sehr selten gewordene) Gabe ein modernes Thrash-Album unter Berücksichtigung der Wurzeln des Genres zu schreiben, dass sich zusätzlich jeglichen Trends verschließt, verlassen zu haben und begeistern damit auf ganzer Linie. Wenn mal die Thronfolge für Exodus gewählt werden muss, haben diese vier Jungs auf jeden Fall meine Stimme!

Anspieltipps:

  • Last Breath
  • Forged In Blood
  • Who I Really Am
  • Thou Shall Not Fear

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