Bluba Lu - World Melancholy - Cover
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Bluba Lu World Melancholy


  • Label: Blubalu Records
  • Laufzeit: 65 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein in der Jetztzeit fest verankertes Genre aus einem dafür nicht herkömmlichen Land zu hören zu bekommen, lässt jemanden nicht nur als Entdecker oder Vorreiter freudig den Silberling in das Abspielgerät legen, sondern birgt auch einige Gefahren mit sich. Entscheidet sich der Hörer dafür das musikalisch Dargebotene gut zu heißen und versucht es daher seinen Freunden schmackhaft zu machen, die damit aber rein gar nichts anzufangen wissen, ist der Kredit der Glaubwürdigkeit beim nächsten Mal möglicherweise schon verspielt. Missfällt der unkonventionelle Genre-Beitrag jedoch und landet nach ein paar Hördurchgängen in der Ecke, stellt sich die Frage erst gar nicht, was der eine oder andere davon vielleicht gehalten hätte.

Das insgesamt vierte und europaweit erste Album „World melancholy“ der bulgarischen Trip Hop-Band Bluba Lu, fällt in diese zwei Schemata allerdings nicht hinein. Dafür ist es musikalisch nämlich über jeden Zweifel erhaben, selbst wenn eine herkömmliche Kategorisierung in „Gut“ oder „Schlecht“ nicht möglich scheint, denn der Act aus Varna zelebriert zwar leicht jazz-infizierte, zähflüssige Klanglandschaften schwarzer Färbung, übergießt diese aber dummerweise mit einer auf Dauer lästigen Darbietung der Sängerin Andronia Popova, deren Gesangsstil schlicht und ergreifend an schmerzhaftes Zähneziehen erinnert und nur in vereinzelten Momenten als durchdringendes und schillerndes Element punktet.

Keine Frage, ihre Performance bildet einen interessanten Kontrast und wirkt bei dem einen oder anderen Stück durchaus angebracht und stimmig, wird aber leider fast über die gesamte Spieldauer aufrecht gehalten und zerstört so den natürlichen Ablauf der Platte, ja demontiert ihn damit zusehends. Bereits beim zweiten oder dritten Durchgang wird nicht mehr auf die vorzüglich live eingespielte Elegie und den natürlich dargebrachten Pathos der Instrumente geachtet, sondern das Hauptaugenmerk auf die langgezogenen Silben von Popova gerichtet, die sich jedes weitere Mal tief in den Gehörgang bohren. Ein Resümee zu ziehen fällt daher besonders schwer. Einerseits hört man Trip Hop selten aus einem Land wie Bulgarien, noch dazu mit dieser instrumentalen Vielschichtigkeit, andererseits wird „World melancholy“ durch Sängerin Andronia zu einer komplizierten Angelegenheit, sodass weder ein Kauftipp noch die Warnung ausgesprochen werden kann von der Platte die Finger zu lassen.

Anspieltipps:

  • Hello
  • Free Me
  • Let Us Trill

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