Crucified Barbara - 'Til Death Do Us Party - Cover
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Crucified Barbara 'Til Death Do Us Party


  • Label: Neo/SonyBMG
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Der wahrscheinlich aggressivste Musikexporteur Europas ist neben Großbritannien ganz klar Schweden und das größtenteils weil die Musik der von „der Insel“ ziemlich ähnlich klingt. Nicht selten hauen die Wikinger aber auch gerne in die Saiten und Rocken die südlich gelegenen Gefilde mit Metal, an dem man sich immer wieder gerne den Kopf anschlägt. Normalerweise ist für letztgenannte Art von Musik aber eher der Mann zuständig, da sich unter Frauen doch nur wenige finden, die ihre Stimme hart genug einzusetzen wissen. Umso verwundert einen beim ersten Lesen das Line-Up. Mia Coldheart (Gesang, Gitarre), Klara Force (Gitarre), Nicki Wicked (Schlagzeug) und Ida Evileye (Bass) machen als „Crucified Barbara“ und mit bösen, bösen Spitznamen (wie es sonst auch nur diese verrückten Männer tun) dem Genre des Hardrock alle Ehre.

Tatsächlich bewiesen die vier Rockdamen aus Sverige, dass ihre Musik alles andere als weichgespült ist und unterstrichen nebenbei, dass die Schweden doch irgendwie der Nostalgie verhaftet sind. „Killer On His Knees“ ist gleich eine Rockwalze, die über sämtliche Zweifel an der nötigen Härte erhaben sein will und letztendlich auch ist. Mia gibt mit ihrer Stimme auch genügend her und gibt sich nicht damit zufrieden eine glasklare Engelsstimme für die unaufhörlich lauten Sounds zu liefern, sondern bringt eine feine Portion Rauheit mit. Wonach man jetzt eigentlich nur noch suchen muss, ist das Einzigartige, denn abgesehen davon, dass es sich mal um eine reine Frauenband handelt, die sich nicht als Barbie-Puppen-Fan-Club verkauft, muss die Musik auch etwas beisteuern. Da liegt der Hund ein wenig begraben und man erinnert sich an Alice Coopers letztes Album. Saftig und rund, aber irgendwie überholt und daher nicht viel mehr als solides Handwerk.

Gerade bei „Sex Action“ kommt diese Parallele auf und auch das dramaturgisch herrliche, aber ansonsten eher mäßige „Creatures“ erinnert an den Altmeister. Die Zeit zum Durchatmen und damit die Chance auf einen zweiten Start bringt „Jennyfer“ mit sich, dass neben der Eigenschaft, eine Ballade zu sein, nur mit der besonderen Schreibweise des Namens glänzen kann. Dann kommt aber „Dark Side“, das hält, was es verspricht. Hier sind die Riffs individueller und lassen dadurch auch die ersteren Stücke in besserem Licht stehen, da sich nun so etwas wie eine Veränderung eingefunden hat. Doch viel zu schnell ist man mit „Can’t Handle Love“ (der Titel verrät es eigentlich schon) wieder weg von etwas minimalistischeren Arrangements und pfeffert dem Hörer wieder viel zu viel um die Ohren.

„Blackened Bones“ will wieder mehr gefallen, erinnert aber zeitweise zu stark an den Aufbau eines „Dark Side“, profiliert sich dann aber noch einmal mit schönem Gitarrensolo. Immerhin. Es ist dann auch Zeit für die nächste Cooper-Ode in Form von „Danger Danger“, das Entertainmentrock par Excellenze bietet und auch was anschließend kommt untermauert den Eindruck, es mit ein paar guten Musikern, die ihren Kern in den frühen Neunzigern des Rock sehen. Damit machen sie eine gewisse Sparte gewiss glücklich und können versuchen der jungen Generation Appetit auf mehr Musik dieser Art zu machen. Solide und gekonnt wird dieser Kreuzzug für den Hard Rock auf jeden Fall betrieben und die vier Schwedinnen hätten es mehr als manch anderer verdient mal auf den viel zu vielen Bildschirmen in einem eben dieser genannten Cafés zu erscheinen und die goldenen Schalplatten an der Wand wimmern zu lassen.

Anspieltipps:

  • Danger Danger
  • Dark Side
  • Blackened Bones

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