Empire Of The Sun - Walking On A Dream - Cover
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Empire Of The Sun Walking On A Dream


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Keine Hitsingles oder dergleichen. Die Stimmung ist König!

Wenigstens jene die den Film „Priscilla – Königin der Wüste“ gesehen haben, sollten wissen, dass es in Australien allerhand schrille Vögel gibt. Das ist nicht nur trostloses Outback und wie als Trotzreaktion sieht das Cover von „Walking On A Dream“, für das sich Luke Steele (The Sleepy Jackson) und Nick Littlemore (Pnau) für ihr Elektropopwerk im Stile der 80er entschieden haben, aus, als wäre der Starlight Express wieder in der Stadt. Viel Neon, viel Elektronik, andauernder Vier-Viertel-Takt und jede Menge Futuristik aus der Sicht des Jahres 1973. Ganz recht, willkommen im Jetzt! Zumindest so, wie man es sich damals gerne vorgestellt hat.

Das man mit den 80ern nie falsch liegt zeigen unzählige Compilations über diese „Epoche“, die bei Life Time und Co. herausgekommen sind und auch aktuell bewiesen Keane, dass die 80er eine glänzende Inspiration sein können. Für „Empire Of The Sun“ waren diese Jahre aber mehr als Inspiration. Sie leben sie aus und das eben nicht nur auf dem quietschbunten Cover. Atmosphärischer Pop, der auf die Tanzfläche verführt und einen zurückversetzt in verloren gegangene Jahre, die so viel leichter klingen als das Jetzt. Ab der ersten Sekunde der LP hat dieser Geist von einem Besitz ergriffen. „Standing On The Shore“ macht gleich ernst und macht das Konzept deutlich sichtbar: Keine Hitsingles oder dergleichen. Die Stimmung ist König! Effekte im Hintergrund, hoher leicht verzerrter Gesang, Surfgitarren, die auf den Weiten der Milchstraße auf allerhand Backgroundvocals und Synthesizerklänge treffen. Das ist Empire Of The Sun.

Es ist schwer einzelne Songs herauszuheben, denn bei Walking On A Dream handelt es sich um ein Gesamtkunstwerk, das nicht mit Originalität sondern mit Liebe zum Detail glänzt. So perfekt wurden die Achtziger das letzte mal wohl nur in den Achtzigern interpretiert. Besonders die hohen Töne im Gesang wie in „Half Mast“ beweisen, dass vor nichts halt gemacht wurde. Ein paar herausstechende Lieder, die dieses Album dann aber doch abwechslungsreicher gestalten, gibt es natürlich auch. Steele und Littlemore wissen, was sie tun. Das psychedelische „Delta Bay“ klingt ungewohnt kratzig und der Gesang sucht stimmungsvoll Seinesgleichen. Gleich im Anschluss das sphärische Instrumentalstück „Country“, welches das etwas kitschige „World“ nur vom Titel her einleitet.

Der eigentliche Knaller kommt mit „Swordfish Hotkiss Night“. White-Hop vom Feinsten. Irgendwo zwischen Bloc Party, Justin Timberlakes Disco-Tracks und HipHop. Das haut einen wahrlich um und wird auf keinen Fall langweilig. Urkomisch und gleichzeitig einfach nur groovig. Dann kehrt das Album zurück zum Beginnstil und für die ruhigen unter uns ist auch noch eine Ballade dabei, die allerdings nicht halb so viel Spaß macht, wie die Tanzflächenfeger. Wen wundert’s? Wer mal wieder auf der Suche nach was ganz Anderem ist und auch noch Fan der 80er ist, der möge bitte zugreifen, denn so eine schöne Interpretation dieses Jahrzehnts wird es so schnell bestimmt nicht wieder geben.

Anspieltipps:

  • Swordfish Hotkiss Night
  • Standing On The Shore
  • Delta Bay

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