Silbermond - Nichts Passiert - Cover
Große Ansicht

Silbermond Nichts Passiert


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 55 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Nichts passiert“ ist sicher kein Meilenstein der deutschen Popgeschichte, aber trotzdem ein Musterbeispiel für anspruchsvoll produzierten, authentisch klingenden Mainstream-Pop.

Wer die Band Silbermond nur aus dem Radio kennt, wird garantiert ein falsches Bild von ihr haben, nämlich das von Konsens-Pop-Rockern und einer verschmusten Balladen-Band. Dass dies in Wirklichkeit gar nicht so ausgeprägt der Fall ist, zeigt sich live auf der Bühne und bei bestimmten Songs auf ihren Alben, bei denen schon mal die, ähem, Post abgeht. Mit dieser Mischung aus sanften Popsongs und mitreißenden Live-Shows haben sich Silbermond zu einem der erfolgreichsten Acts der vergangenen fünf Jahre gemausert. Dass es dabei bis zum neuen Studioalbum fast drei Jahre dauerte, hat man aufgrund des anhaltenden Erfolgs und der stetigen Präsenz im Radio und Musikfernsehen kaum bemerkt.

Ab sofort steht mit „Nichts passiert“ tatsächlich das dritte Studioalbum in den Läden, nach dem es im Februar 2009 mit „Irgendwas bleibt“ bereits einen erfolgreichen Single-Vorboten gegeben hat, der sich inhaltlich, wie auch noch ein paar andere Songs auf der Platte, hervorragend als Soundtrack zur aktuellen Finanzkrisen-Miesepeterstimmung hernehmen lässt. Denn auch wenn die Texte faktisch etwas anderes aussagen sollen, lassen sich Lyrics wie „... Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit. In einer Welt in der nichts sicher scheint. Gib mir in dieser schnellen Welt irgendwas das bleibt“ (aus „Irgendwas bleibt“) oder „... Alles wird anders sein. Und deine Wunden heilen auch. Gib dir ein bisschen Zeit. Alles Gute liegt vor dir. Alles wird gut ab hier.“ (aus „Alles Gute“) ganz wunderbar gestrauchelten Bankiers in den Mund legen.

Rund sechs Monate dauerten die Arbeiten an „Nichts passiert“. Und diese Zeit haben die Bautzener genutzt, um sich musikalisch weiterzuentwickeln und ein paar frische Klangfarben in den Silbermond-Sound einzubringen. Große Experimente sind dies freilich nicht geworden, aber es fällt durchaus positiv auf, wenn die – wie schon in der Vergangenheit – sehr einprägsamen Melodien um dezente elektronische Elemente wie in „Tanz aus der Reihe“ oder in „Nicht mein Problem“ (feat. Jan Delay) erweitert werden. Dazu kommen selbstverständlich wieder die klassischen Midtemposongs („Ich bereue nichts“, „Weg für immer“) und Megaballaden („Die Liebe lässt mich nicht“, „Nach Haus“), bei denen die einfühlsame Stimme von Sängerin Stefanie Kloß eindrucksvoll zur Geltung kommt.

Dass es Silbermond ebenso gut zu Gesicht steht, wenn die Gitarren mal etwas lauter gedreht werden, haben wir bereits anfänglich bemerkt. Im Song „Nichts mehr“ ist dies heuer der Fall, während „Krieger des Lichts“ als potenzielle Stadionhymne durchgeht und „Sehn wir uns wieder“ feat. Xavier Naidoo als sicherer Single-Anwärter parat steht. Damit legt das Quartett eine Songsammlung vor, mit der die bisherigen Fans überzeugt und auch neue Hörer gewonnen werden können. „Nichts passiert“ ist sicher kein Meilenstein der deutschen Popgeschichte, aber trotzdem ein Musterbeispiel für anspruchsvoll produzierten, authentisch klingenden Mainstream-Pop auf der Höhe des Zeitgeists.

Anspieltipps:

  • Alles Gute
  • Irgendwas bleibt
  • Ich bereue nichts
  • Krieger des Lichts
  • Nicht mein Problem

Neue Kritiken im Genre „Pop/Rock“
Diskutiere über „Silbermond“
comments powered by Disqus