India.Arie - Testimony Vol. 2: Love And Politics - Cover
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India.Arie Testimony Vol. 2: Love And Politics


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

India Arie Simpson (33) erlebte bis jetzt eine Karriere wie im Bilderbuch. Die ersten drei Alben der aus Denver stammenden Sängerin, Songschreiberin und Produzentin verkauften sich zwischen 2001 und 2006 millionenfach und fuhren sieben Grammy-Nominierungen und zwei Grammy-Auszeichnungen ein. Spätestens mit „Testimony Vol. 1: Life & Relationship“ (2006) etablierte sich Inida.Arie auch international als einer der angesehensten Stars der Soul- und R&B-Szene.

Auch wenn seitdem drei lange Jahre vergangen sind, ist die Spannung immer noch groß, ob India.Arie auf diesem Level weitermachen wird. Denn wie schnell wollen plötzlich alle möglichen Leute bei der Entstehung eines Albums mitreden und den zukünftigen Weg bestimmen. Auch bei India.Arie bestand durchaus diese Gefahr, schaut man sich allein die Anzahl der Produzenten im Booklet von „Testimony Vol. 2: Love & Politics“ an. Zwei Hände reichen zur Zählung gerade so aus. Und selbst wenn der Plan dahinter eindeutig zu sein scheint (für jeden Mainstream-Hörer soll das Richtige dabei sein), kennen wir alle die Geschichte von den vielen Köchen, die den Brei verderben.

Aber nichts da! Wie von Geisterhand gesteuert, umschifft India.Arie galant die größten Klippen, die im heutigen R&B- und Soul-Fach lauern und drückt den 12 Songs (plus vier Interludes) ihren eigenen Stempel auf, der das Beste aus der Tradition von R&B, Soul, Blues und HipHop herausholt. Eingehüllt in einen ebenso warmen wie erdigen Sound – allein das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal –, führt India.Arie den Hörer mit ihrer schönen Stimme, die immer dem Song dient und nicht der Selbstdarstellung, durch eine abwechslungsreiche Tracklist aus federleichten Midtempoballaden („Pearls“, „Long goodbye“), verschwitzt stampfenden Blues-Nummern („Better way“) und fast schon sakral anmutenden Titeln („He heals me“, „The cure“).

Besonders hitverdächtig ist der soundtechnisch an Akon gemahnende, sehr beschwingte Opener „Therapy“, der auch als Single vorgesehen ist, sowie der europäische Bonus Track „A beautiful day“, der mit seiner harmlosen Eingängigkeit ebenfalls in Richtung Charts zielt. Doch solche Zugeständnisse sind absolut legitim, wenn das Gesamtergebnis unterm Strich in Ordnung geht. Und das darf im Falle von „Testimony Vol. 2: Love & Politics“ ganz klar attestiert werden.

Anspieltipps:

  • Therapy
  • Better way
  • He heals me
  • Long goodbye
  • Chocolate high

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