Demons - Ace In The Hole - Cover
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Demons Ace In The Hole


  • Label: Sound Pollution
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Derber Rotzrock „Made in Scandinavia“ ist leider vom Aussterben bedroht. Und das nicht erst seit gestern. Zuletzt haben The Hellacopters das Zeitliche gesegnet, davor gingen Gluecifer über den Jordan. Beides ehemals richtig gute Bands. Andere Vertreter wie die Backyard Babies, The Hives oder Turbonegro gehen künstlerisch am Stock. Keine gute Zeiten also für High-Energy-Rock aus dem Hohen Norden. Dennoch: Noch atmet der Patient, wenn auch schwer und langsam.

Mit einem „Defibrillator“ namens „Ace In The Hole“ wird nun die Wiederbelebungsmission gestartet. Denn fünf Jahre (!) nach ihrem letzten Album kehrt eine der mitbegründenden Bands des rotzigen Garagenrock zurück: Das Trio „Demons“. Es war schon da, als es noch gar keine Bezeichnung für das gab, was in den 90er Jahren vornehmlich aus Schweden über das rockende und rollende Europa hereinbrach. Doch groß profitiert haben die Demons vom Skandinavien-Hype nie. Hier und da ein paar Beiträge zu Compilations und vereinzelte Studioalben, das war’s. Warum Mathias „Hep Cat Matt“ Carlsson (Gitarre, Gesang), TJ (Bass) und Micke Jacobsson (Drums) trotzdem ein Comeback wagen? Schwer zu sagen. Nur die Tatsache, dass The Hellacopters die alte Demons-Single „Electrocute“ auf ihrem Abschiedsalbum „Head Off“ (04/2008) gecovert haben, kann es jedenfalls nicht sein.

Vielleicht haben die Drei einfach gespürt, dass sie ein Bündel starker, neuer Songs wie „(Her name was) Tragedy“, „Funeral stripper“ und „Here comes the pain“ auf der Kante haben, die raus müssen. Dass am Ende noch etwas Füllmaterial dazu gekommen ist, um ein vollwertiges Album auf die Reihe zu bringen, schadet dagegen nur wenig. Viel eher stört der Sound auf Demo-Niveau, den man – je nach Sichtweise – auch als authentisch bezeichnen könnte. Dagegen hilft nur eins: Alle Regler nach rechts und eine Dose Bier aufgerissen! Und plötzlich sind alle Sorgen vergessen und der Schädel wackelt im Takt des grandiosen „Shake the hands of time”. Die Füße zappeln zum mitreißenden „Let bygones be byebyes“ und zu „Countdown for the broken hearted“ wird ungeniert mitgegrölt. Schwupps sind die 35 Minuten Spielzeit um und der Hörer weiß wieder, wofür Garagenmusik „Made in Scandinavia“ steht: Leidenschaftlicher Rock’n’Roll, der auch ohne Major-Budget funktioniert.

Anspieltipps:

  • Funeral stripper
  • Here comes the pain
  • Let bygones be byebyes
  • Shake the hands of time
  • (Her name was) Tragedy

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