Ian Gillan - One Eye To Morocco - Cover
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Ian Gillan One Eye To Morocco


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Deep Purple sollte jedem ein Begriff sein. Der Name Ian Gillan vielleicht nicht sofort jedem, aber wenn erwähnt wird, dass eben dieser die Stimme von Deep Purple ist/war, dann dürften sich Fragen erledigt haben. Seit 1980 zieht der Rocker auch gerne mal Solo durch die Landen und der Erfolg dieser Einzelaktion war auch stets ertragreich. Richtig Spaß hat es dem inzwischen 63-jährigen wohl auf der letzten Tournee gemacht, denn nachdem „Live In Anaheim“ nicht einmal ein Jahr zurückliegt, kommt der Brite jetzt mit brandneuem Material, das ihm entsprechend aber natürlich ganz klar nach alter Schule klingt. Ist Gillan nun also in seiner Zeit hängen geblieben oder bringt er den Zauber vergangener Zeiten des Rocks in die Neuzeit?

Die Zeit der Pioniere ist vorbei und so ist Ian Gillan nun eher ein Geschichtenerzähler des Rocks und beginnt gleich mit dem Titeltrack stark. Hier und da sind morgenländische Elemente eingestreut, aber im wahren Kern, haben wir es mit einem klassischen Rocker der weichen Art zu tun, der mehr daraufhin abzielt, eine Hymne zu sein, als ein brachialer Rocker. Dass es auch ganz „normal“ geht, beweist Gillan dann schnell mit „No Lotion For That“ und „Changy My Ways“, die nur eine Mundharmonika als Besonderheit aufweisen. Ansonsten wird hier Rock der alten Schule gefeiert. Dazwischen kommen südländische Einflüsse in „Don’t Stop“, die sich auch im funkigen „Girl Goes To Show“ wieder findet. Wer vorher nicht glaubte, dass Gillan James Brown und Ray Charles mag, wird allein mit dieser Nummer eines Besseren belehrt.

Ansonsten keimt immer wieder ein leichter Country-Effekt auf, wie in der Ballade „Better Days“. Und obwohl Ian Gillan nie den Leitfaden des Rocks aus den Augen lässt, variiert er so gut er kann mit verschiedenen Elementen und Einflüssen. Das hat bisher geklappt und „Ultimate Groove“, welches direkt aus Joe Cockers Feder stammen könnte, unterstützt die Machart der Songs. Dann dürfen sich noch zwei konventionelle Rocker austoben, bevor die Hymne „It Would Be Nice“ erklingt. Da können dann wieder Feuerzeuge geleert werden und beherzt mit der erhobenen Faust mitgesungen werden (ganz ohne Politik im Hinterkopf, versteht sich). „Always The Traveller“ ist dann ein klassischer Rausschmeißer mit großem Saxophonsolo gegen Ende. Das ist schön, das ist stimmig, das passt. Wer in alten Zeiten schwelgen will, dass trotzdem „neu“ ist, der sollte zugreifen, denn auch wenn Gillan im Alleingang nie den Rang von Deep Purple im Rockgewerbe einnehmen wird, weiß er wie man Rockmusik macht.

Anspieltipps:

  • One Eye To Morocco
  • Don’t Stop
  • It Would Be Nice

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