Diverse - Johnny Cash Remixed - Cover
Große Ansicht

Diverse Johnny Cash Remixed


  • Label: Compadre/EDEL
  • Laufzeit: 47 Minuten
Artikel teilen:
1/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Haben die Plattenfirmen endlich eingesehen, dass bereits genug Best-Of-Compilations, Neu-Auflagen und Sonderausgaben des Werkes des „Man in black“ auf dem Markt sind und mit verschollenem Material, das jahrelang in irgendwelchen Kellern vor sich hingemodert ist und nun plötzlich das Tageslicht erblickt, keine rentablen Umsätze erzielt werden können oder wieso werden wir nun mit einem Remix-Album gequält? Beginnt der kommerzielle Ausverkauf des Johnny Cash erst jetzt oder ist nun (Bitte!) endlich das Ende der Fahnenstange erreicht?

Dies bleibt jedenfalls abzuwarten, die respektlose Ausschlachtung bekannter und einiger weniger populärer Songs des am 12. September 2003 verstorbenen Musikers auf „Johnny Cash Remixed“ wird die Zeit jedenfalls nicht verkürzen, bis Mr. Cash endlich in Frieden ruhen darf. Dabei wirkte nicht nur Rapper Snoop Dogg und Beyoncés Vater Mathew Knowles am Projekt als Produzent mit, sondern auch John Carter Cash, Johnny und June Carters Sohn. Wieso der Großteil der Platte dann mit austauschbaren Big Beat-Sounds vollgestopft ist und interessante Ansätze mit der Lupe zu suchen sind, weiß der Teufel.

Jedenfalls kann bereits über „Get rhythm“, „Big river“ und „Country boy“ nicht mehr als der Mantel des Schweigens gelegt werden (seit wann ist Big Beat der Marke Fatboy Slim eigentlich wieder angesagt?), bis sich Snoop Dogg dem Klassiker „I walk the line“ annimmt und einen verbalen Schlagabtausch mit dem Altmeister liefert. Mehr als ein Quasi-Feature Track ist der QDT Muzic Remix aber auch nicht geworden, aber besser als das überladene „Doin´ my time“ im The Heavy Remix und die grauenvolle Verunstaltung, die mit „Leave that junk alone“ betrieben wurde, ist es allemal. „Port of lonely hearts“ versucht sich zur Abwechslung als ruhiger Ambient-Track, während bei „Folsom prison blues“ allzu augenscheinlich Mr. Knowles seine Finger im Spiel hatte, klingt die Neufassung schließlich mehr nach einem Mashup mit Destiny´s Child-Unterbau als einem ernst gemeintem Remix.

Genau hier liegt aber der bereits stark verweste Hund bei „Johnny Cash Remixed“ begraben. Die etwaigen Künstler hinter dem Projekt mögen ja mit einer gut gemeinten Einstellung an die Arbeiten gegangen sein, aber das Ergebnis lässt darauf schließen, dass sie mitten in der Produktion dazu ausgewichen sind, lieber einen fetten Beat und stellenweise Ballermann-taugliche Sounds dem Schaffen des verstorbenen Musikers unterzuschieben statt ehrenvolle Remix-Arbeit zu tätigen. Der Fan wird es schon fressen. Wer bei „Rock island line“, das gut und gerne in vorliegender Fassung auch ein Mix der Hermes House Band sein könnte, allerdings nicht eher dazu tendiert die CD in den nächsten Mülleimer zu befördern, ist entweder taub oder volltrunken. Fazit: Bitte einfach ignorieren!

Anspieltipps:

  • I Walk The Line feat. Snoop Dogg (QDT Muzic Remix)

Neue Kritiken im Genre „Country“
9/10

Ode To Joy
  • 2019    
Diskutiere über „Diverse“
comments powered by Disqus