Zombi - Spirit Animal - Cover
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Zombi Spirit Animal


  • Label: Relapse Records
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer braucht schon einen Sänger? Zombi aus Pittsburgh, Pennsylvania zeigen schon seit Jahren, dass mit der richtigen Herangehensweise Spannung auch ohne stimmliche Unterstützung erzeugt werden kann. Die beiden Herrschaften Steve Moore und Anthony Paterra kreieren auf ihrem dritten Werk „Spirit animal“ nämlich wohl durchdachten Progressive Rock mit starkem Synthesizer und Keyboard-Einsatz, der nicht zum Abschalten, sondern lauter drehen animiert. Die Quintessenz des Duos liegt in der lockeren Verankerung der Epochen, sodass zwar stets die 70er präsent sind, aber mit häufigen Postrock- und Ambient-Anleihen, sowie einem frischen und unverbrauchten Szenario selbst die 90er und 00er Jahre durchblicken.

Die überlangen Tracks von „Spirit animal“ Minute um Minute zu durchleuchten wäre sicherlich zu viel des Guten und würde bei einer zu genauen Betrachtung auch einiges an Faszination aushebeln, die bei den fünf Stücken, die sich auf eine Gesamtlänge von fast einer Stunde erstrecken und vor allem im Hinblick auf Melodie und subtilen Stimmungsschwankungen (von melancholisch über aufgeweckt bis hin zu zornig und hektisch) aus dem Vollen schöpfen, ausgestrahlt wird. Wie eine klassische Sonate lassen sich nämlich auch die künstlerischen Ergüsse von Zombi grob in Exposition, Durchführung und Reprise teilen, was nichts anderes bedeutet als das anfangs die Bausteine vorgestellt werden, die im weiteren Verlauf des Stückes leicht bis stärker abgewandelt die Nummer zum Höhepunkt führen um letztendlich wieder alles auf einen Aspekt zu konzentrieren, der dann den Abschluss vorbereitet und den Song ausklingen lässt.

Klingt alles sehr nach Baukastenprinzip, wurde von Moore und Paterra aber sehr geschickt zu einem großen Ganzen zusammengeführt, wodurch nie das Gefühl entsteht seelenloser Resteverwertung zu lauschen, die zwar angesichts mehrerer Déjà-vus in Form von Versatzstücken einiger 70er Jahre Progressive Rock-Truppen (z.B. die frühen Genesis, Yes, Rush, Emerson, Lake & Palmer) unabdinglich ist, aber sehr kreativ und ehrfürchtig in ein neues Gewand gesteckt wurde. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass absolute Synthie- oder Keyboard-Verfechter an „Spirit animal“ keinen Gefallen finden werden, da jede einzelne Zombi-Komposition um diese jeweiligen Instrumente herum konzipiert wurde, Anhänger dieses Stils können jedoch mit einem soliden Album rechnen, dass eine starke Tendenz nach oben zeigt.

Anspieltipps:

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