Wintersleep - Welcome To The Night Sky - Cover
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Wintersleep Welcome To The Night Sky


  • Label: One For Seven Records/SOULFOOD
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Welcome To The Night Sky“ gehört jetzt schon zu einer der „must-hear“-Höhepunkten des noch jungen Jahres.

Der Igel tut es. Der Siebenschläfer auch. Nicht zu vergessen das Murmeltier, die Fleder- und die Haselmaus. Loel, Mike, Paul, Jon und Tim machen es nicht! Sie heißen nur so. Und im Gegensatz zum schlafähnlichen Zustand bestimmter endo- bzw. homoiothermer Tiere, ist bei Wintersleeps drittem Streich an Schlaf unmöglich zu denken.

„Welcome To The Night Sky“ heisst das Album der kanadischen Indie-Rockband aus Halifax und gehört jetzt schon zu einer der „must-hear“-Höhepunkten des noch jungen Jahres. Diese Einsicht schleicht sich schon während des Openers „Drunk On Aluminium“ durch Ohr und Gehirn. Beharrliche Drums, verschwommene Gitarren-Riffs und ein Sänger der wie der düstere Stiefbruder von Nada Surf Oberchef Matthew Caws klingt, heben den Song in schwindelerregende Indie-Höhen, bevor nach etwa drei Minuten das Lied abrupt beendet scheint, um dann fast wie ein neuer Song von Paul Murphy anmutig zum Ende begleitet zu werden.

Akute Suchtgefahr! Eine Bass-Line wie eine Hüpfburg und ein Trommelfell umfließender Sound lassen auf „Aerchologist“ alle zehn Zehen im Takt mitwippen. Ebenso wie das ruhige, Piano geleitetete und an alte Counting Crows Balladen erinnernde „Dead Letter And The Infinite Yes“ sowie das unumstrittene Herzstück dieser Platte „Weighty Ghost“, bieten diese ersten akustischen Feinheiten bereits nach gerade mal 15 Minuten mehr Hörgenuss, als so manche Band in ihrer gesamten Schaffensära. Letzteres ist auch das eingängigste der insgesamt zehn Lieder und besticht durch Drehorgel (oder so was ähnlichem), schrammelnden Gitarren, taktvollem In-die-Hände-klatschen und gemeinschaftlich getragenen Backgroundvocals gefühlter hundert Winterschläfer.

Und auch in der Folgezeit wird es einem unter diesem Nachthimmel zu keiner Note langweilig. Ob das Coldplay-atmossphärische „Search Party“ oder der geradeaus und nach vorne rockende und gute (sehr) alte R.E.M.-Momente heraufbeschwörende Doppelpack „Astronaut“ und „Oblivion“. Sie belegen mit Nachdruck die eminente Bandbreite der Nordamerikaner. „Laser Beams“ leitet dann schließlich in den epischen und seinen acht Minuten stets gerecht werdenden Abschluss „Miasmal Smoke & The Yellow Bellied Freaks“ über. Genauso wie der Titel es schon vermuten lässt, verhelfen Wintersleep hier zu einem monströsen und hereinkrachenden Soundgewitter.

Merke: Winterschlaf ist ein faszinierendes Phänomen, um wenig vorteilhaften, klimatischen Witterungsbedingungen sowie Nahrungsknappheit zu entgehen. Wintersleep dagegen ist eine mitreißende Band und ihr „Welcome To The Night Sky“ ist genau der richtige Weg, um schlechter Musik und musikalischer Qualitätsknappheit zu entgehen.

Anspieltipps:

  • Drunk On Aluminium
  • Dead Letter And The Infinite Yes
  • Weighty Ghost
  • Miasmal Smoke & The Yellow Bellied Freaks

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