Dear Reader - Replace Why With Funny - Cover
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Dear Reader Replace Why With Funny


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Musik aus Südafrika? Da kommen einem so spontan eigentlich nur der hierzulande leider immer noch viel zu unterbewertete Dave Matthews samt Band oder every Schwiegermutters Darling Howard Carpendale in den Sinn. Das könnte sich- nein das muss sich nun auf jeden Fall ändern!

Dear Reader aus Johannesburg, das sind vor allem die 24-jährige Sängerinn Cherilyn McNeil, der bereits Emmy ausgezeichnete Produzent, Bassist und Keyboarder Darryl Torr sowie Schlagzeuger Michael Wright, die mit „Replace Why With Funny“ höchstwahrscheinlich das Indiepopalbum des Jahres aufgenommen haben. Filigrane Folkmusik trifft auf orchestral verzierten Pop, was man in dieser ausgezeichneten Art und Weise bisher eigentlich nur von den Decemberists oder „The Arcade Fire“ bestaunen durfte.

Sich mit Widerhaken am Trommelfell festzurrende Nummern, die das gemeine Indie-Herz Saltos schlagen lassen. Beinahe unverschämt wie sich die intim gezupfte Ballade „Release Me“ mit seinen Streichern ins Ohr schmiegt und das alles überragende „Great White Bear“ klingt so bittersüß, kleinodig und verwundbar, dass man gar nicht weiss was davon genau an diesem Song so fasziniert. Die fesselnde Stimme von McNeil, die tagträumerische Melodie oder vielleicht doch jene hymnisch-ausufernde Dynamik die sich im Laufe der Spielzeit entfaltet. Wahrscheinlich von allem etwas.

Man begegnet Trompeten, Waldhörnern, Gospelchören und orchestralen Momenten, die Liedern wie dem von Background SängerInnen getragenen „The Same“ oder dem von phonisch voluminösem Männerchor gestärkten „Never Goes“ einen unglaublich weiten Klanghorizont einimpfen. Über allem thront der Gesang von McNeil, wie auf dem pianolastigen und ungeheuer ergreifenden „What We Wanted“, das dem Idealzustand eines perfekten Popsongs schon verdächtig nahe kommt.

„Replace Why With Funny“ tut gut. „Dear Reader“ versammeln auf ihrem Debüt zehn wundervolle Songs, die aufgrund der Wehmütigkeit einer Cherilyn McNeil und den wohl durchdachten und zugleich wunderbar in die Tat umgesetzten Arrangements elegant über der akustischen Wasseroberfläche schweben und die man deshalb immer und immer wieder hören möchte.

Anspieltipps:

  • Great White Bear
  • Release Me
  • Never Goes
  • The Same
  • What We Wanted

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