And You Will Know Us By The Trail Of Dead - The Century Of Self - Cover
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And You Will Know Us By The Trail Of Dead The Century Of Self


  • Label: Superball/SPV
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Alle Fans von Trail Of Dead können mit diesem intelligenten, größtenteils packenden Album durch die Tracks weg zufrieden sein.

Das texanische Sextett mit dem überlangen Bandnamen löst sich von den Majorlabel-Fesseln um seine künstlerische Freiheit wiederzuerlangen. Ohne Radiosongverpflichtungen, externes A&R Management oder ästhetisch fundierte Empfehlungen für die Coverartgestaltung. Musikalisch besinnen sich ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead wie gewohnt auf einen atmosphärischen Sound, der bereits ihren fünf vorangegangenen Werken seinen exzessiven Stempel aufdrückte.

Bereits das zweieinhalb Minuten andauernde, instrumentale Fade-In „Giants Causeway“ lässt nur gutes erahnen. Opern-„like“ leitet es ohne Pause ins monströse „Far Pavillions“ über, das einem Rocksturm ähnelnd aus den Boxen bläst um schließlich selbst als harmonischer Übergang zum wuchtig wirbelnden „Isis Unveiled“ zu fungieren. Nicht zum ersten Mal offenbaren Trail Of Dead ihre Passion für Kompositionen die zuerst in einem Orkanwirbel an Instrumentierung und Rhythmuswechsel in Grund und Boden gerissen werden um danach noch viel besser aus den akustischen Trümmern wieder aufzuerstehen. Dieses Bandeigene Markenzeichen, kraftvolle Instrumentenparts und vielstimmige Vocals mit anschmiegsamen Passagen zu endlos erscheinenden Rockhymnen zu vereinen, wird auch auf „The Century Of Self“ zur Genüge im Trommelfell verfestigt.

Wie auf dem düsteren und für Trail Of Dead-Verhältnisse verhältnismäßig eingängigen „Halcyon Days“, dem pianogeführten und dabei rock-manisch ausufernden „Bells Of Creation“ sowie dem zugleich verträumten wie auch kraftvollen „Pictures Of An Only Child“. Dass Trail Of Dead aber auch durchaus ohne Bombast auskommen können, präsentieren sie eindrucksvoll auf der bodenständigeren zweiten Hälfte des Albums. Egal ob die treibende Mid-Tempo-Nummer „Fields Of Coal“, das träumerisch angehauchte „Inland Sea“ oder der ruhige aber dennoch straight rockende „Luna Park“. Das ist konsequent durchdachtes Songwriting, bei dem nichts dem Zufall überlassen wird und das sich auch gerade deshalb so hervorragend als Gegenpart zu den meist zügellosen Rock-Orgien innerhalb dieser Platte positioniert und ein abwechslungsreiches Hörvergnügen gewährleistet.

Alle Fans von Trail Of Dead können mit diesem intelligenten, größtenteils packenden Album durch die Tracks weg zufrieden sein. Zwar bleibt auf „The Century Of Self“ die rigoros tiefgängige Epik vergangener Tage ein wenig außen vor. Aber gerade das ermöglicht auch einen differenzierteren und berechenbareren Sound, der den Prog-Rockern meist ebenso vorzüglich zu Gehör steht und mir dem sie ihre Ausnahmestellung, als eine der originellsten Bands der Stunde erneut manifestieren können.

Anspieltipps:

  • Far Pavillions
  • Isis Unveiled
  • Bells Of Creation
  • Pictures Of An Only Child
  • Insatiable Two

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