Neko Case - Middle Cyclone - Cover
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Neko Case Middle Cyclone


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 74 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein spannendes Album, mit dem man sich gerne länger beschäftigt.

Mit ihrem vierten Studioalbum „Fox Confessor Brings The Flood“ (03/2006) schaffte die Alternative-Country-Sängerin Neko Case (38) mit ca. 200.000 verkauften Einheiten endlich – nach zehn Jahren im Musikzirkus – den kommerziellen Durchbruch als Solo-Act (parallel ist sie noch bei der Indie-Band The New Pornographers tätig). Das sind dann die Momente, wo man wieder an das Gute in der Musikszene glaubt. Dass sich Qualität irgendwann durchsetzen muss, egal wie lange es dauert, und dass der ganze Castingshow-Zinnober als das angesehen wird, was er eigentlich ist: Volksverdummung.

Neko Case tut dem Hörer einen Gefallen und knüpft auf ihrem neuen Werk „Middle Cyclone“ nahtlos an den Vorgänger an, allerdings nicht ohne ein paar Feinjustierungen vorzunehmen. So ist die typische Americana/Country-Basis in den 15 Songs zweifellos noch vorhanden, drückt sich aber nicht mehr so sehr in den Vordergrund. Heuer gibt es ein bisschen mehr Folk- und Singer/Songwriter-Anleihen sowie einen Schuss Gospel, verbunden mit jazzigem Avantgardismus zu hören. So wird auch aus „Middle Cyclone“ wieder ein feines Album zum genauen Zuhören. Denn Neko Case quält den Hörer, indem sie in ihren Songs wunderbare Melodien richtiggehend vergräbt, nur einmal kurz rausholt und schwupps schon beim nächsten Track angelegt ist („The next time you say forever“). Dadurch wird der Hörer förmlich genötigt, sich das Album immer und immer wieder anzuhören wie ein Junkie auf der Suche nach dem nächsten Schuss.

Nekos Komplizen bei dieser wirksamen Methode zählen zu den üblichen Verdächtigen der erweiterten Americana-Szene und sind gewiss keine Unbekannten ihres Fachs, wie Namen wie M. Ward, Joey Burns (Calexico), Garth Hudson (The Band), Tom V. Ray (The Bottle Rockets), Steve Berlin (Los Lobos), Howe Gelb (Giant Sand) und Barry Mirochnick (Great Aunt Ida) verraten. Sie tragen mit ihrem Ideen und Arrangements entscheidend dazu bei, dass es auf „Middle Cyclone“ viele Details zu entdecken gibt, die ein spannendes Album ausmachen, mit dem man sich gerne länger beschäftigt.

Anspieltipps:

  • I’m an animal
  • Don't forget me
  • This tornado loves you
  • People got a lotta nerve
  • Never turn your back on mother earth

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