Olli Banjo & Jonesmann - 4 Fäuste Für Ein Halleluja - Cover
Große Ansicht

Olli Banjo & Jonesmann 4 Fäuste Für Ein Halleluja


  • Label: Echte Musik/Intergroove
  • Laufzeit: 60 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Jonesmann & Olli Banjo haben die Aufgabe ihrer Kollaboration ohne weitere Gäste sehr souverän bewältigt.

Wenn man in der deutschen HipHop-Landschaft eine gesunde Mischung aus Genie und Wahnsinn sucht, stößt auch ein Laie irgendwann auf Olli Banjo. Mit seinem Album „Erste Hilfe“ hat der Kölner Rapper die deutsche Szene nachwirkend verändert. Aus einer anderen Richtung kommt der Frankfurter Rapper Jonesmann, der erst kürzlich sein eigenes Label „Echte Musik“ gründete und endlich aus dem Schatten des Bozz-Rappers Azad getreten ist. Zwischen Straßenrap und gesungenen Hooklines hat er nicht selten Diskussionen zwischen den deutschen Rap-Fans ausgelöst.

Diese Thematik greift Jonesmann daher auch selbst mehrfach auf diesem Longplayer auf. Ansonsten geht es vor allem um Frustbewältigung, „Vögel“ und Vögeln. Dabei wird der Begriff „Vögel“ stellvertretend für Pseudo-Fans und -Experten, Hater und Neider verwendet. So haben die Beiden zu dem gleichnamigen Song auch ein Video im Sin City-Stil gedreht. Der Song steht stellvertretend für den allgemein recht düsteren Sound des Kollabo-Albums. Daher gibt es auch, wie damals in den Bud Spencer-Filmen, jede Menge Schläge ins Gesicht. Verbal, versteht sich. Natürlich bietet das Album auch Kontroversen. Mit „Columbine“ haben Banjo & Jonesmann ungeahnt ein sehr aktuelles Thema verarbeitet. Dabei erzählen sie Geschichten von möglichen Amoklauf-Motiven in Bezug auf den Amoklauf in der Nähe von Littleton (Colorado, USA) am 20. April 1999. Durch die passiv aggressive Herangehensweise des Songs, wurde dieser auch nur am Rande der Amoklauf-Nachberichte von Winnenden erwähnt. „Wie Im Zoo“ lockert den Longplayer auf. Mittlerweile ist „Vögeln“ dran.

In Erinnerung an alte Banjo-Hits, dominiert dieser den Song der Tier-Vergleiche zur erwähnten Thematik. Die Tendenz geht an dieser Stelle mal wieder steil Richtung Wahnsinn. Die Brücke von den „Vögeln“, sprich den Pseudos, zum Wahnsinn baut schön der Song „Galaxie“ auf. Schöne Hooklines von Jonesmann versprechen dafür die tiefgründigeren Songs auf dem Album („Mehr Tränen“, „Das Ende“). So wird einem im Endeffekt eine große Vielfalt geboten, welche die Stärken und verschiedenen Facetten der Protagonisten gut zu widerspiegeln vermag. Mit „4 Fäuste Für Ein Halleluja“ schaffen die beiden Rapper aus Köln und Frankfurt ein nahezu zeitloses Album, an das man sich in einigen Jahren noch gut erinnern wird. Während Olli Banjo schon längst in der Champions League spielt, schnuppert auch Jonesmann mehr und mehr Höhenluft und profitiert von dieser Zusammenarbeit am Meisten. Zwar gibt es auch kleinere Aussetzer („Feuerlöscher“), aber man muss vor allem anerkennen, dass Jonesmann & Olli Banjo die Aufgabe ihrer Kollaboration ohne weitere Gäste sehr souverän bewältigt haben. Der Funke springt sprichwörtlich über und das ist schon eine ganze Menge wert.

Anspieltipps:

  • Mehr Tränen
  • Das Wesentliche
  • Columbine
Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
7/10

Copyshop
  • 2017    
7.5/10

Lang Lebe Der Tod
  • 2017    
6/10

tru.
  • 2017    
Diskutiere über „Olli Banjo & Jonesmann“
comments powered by Disqus