The Burning - Rewakening - Cover
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The Burning Rewakening


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Bitte aufhören! Nein, eigentlich ist es so blöd, dass es schon wieder lustig sein könnte. The Burning aus Dänemark sollen nämlich (festhalten!) Punishing Metal (!!!) erster Güte zelebrieren. Diese lächerliche Genrekreation kursierte bei der Veröffentlichung des Debüts „Storm the walls“ (12/2007) und von daher ist es besonders erheiternd, was sich der olle Waschzettel an Superlativen und Beschönigungen ausgedacht hat um dieses Mal nicht in Versuchung zu geraten denselben Stumpfsinn zu verzapfen. Von „schierer Power und Groove in der Tradition ihrer Vorbilder Pantera, Sepultura und Slayer“ ist hier die Rede und „Rewakening“ soll „ein Album mit der Aggressivität von Carcass oder der Härte von Crowbar, aber mit genügend melodiösen Parts“ gespickt sein „um neben Bands wie Megadeth oder Testament zu bestehen“. Ist die Platte jedoch das erste Mal durch stellt sich einem unweigerlich die Frage: Waren die genannten Bands nicht außerdem in der Lage einen in sich schlüssigen Song schreiben oder ist das nicht wichtig, wenn man so hart und aggressiv sein will wie The Burning?

Womit wir beim Hauptproblem von „Rewakening“ wären: den Song. Unentwegt prügelt etwas auf den Hörer ein, sei es die Doublebass von Toby Hoest, der tönende Bass von Thue Moeller oder die Trümmerriffs von Gitarrist Rasmus Vinding, auch Shouter und Growlmeister Johnny Haven bricht seinen Text in unablässiger Wut aus sich heraus, sodass zarte Gemüter den Silberling überhaupt ziemlich schnell wieder in die Hülle legen und ins Regal stellen werden. Aber The Burning ist schließlich keine Musik für Mimosen, sondern für entschlossene Individuen, die der Mischung aus Death, Thrash und Metalcore gewachsen sind. Blöd ist nur, dass bei dem hohen Tempo und der Durchschlagskraft, die die exzellente Produktion mit sich bringt, schnell das Gefühl entsteht ein und denselben Song in Endlosschleife zu hören oder gar einige schnell zusammengeflickte Ideen oder Fragmente aus den Boxen schallen, die schon Sinn ergeben werden. Irgendwann.

Ein Beispiel für die Plan- und Ziellosigkeit, die der dänische Vierer auf ihrem Zweitwerk an den Tag legt, ist unter anderem das Stück „Father the call me the heretic“, in dem sich das unablässig geschrieene Wort „heresy“ derartig negativ festsetzt, dass man es am liebsten aus seinem Wortschatz streichen würde. Diese Unart verfolgen The Burning dann mit diversen Riffs, Breakdowns oder sonstigen wiederkehrenden Spielmustern, die in weiterer Folge nicht nur wahllos erklingen, sondern ebenso ein großes Fragezeichen erscheinen lassen, wo denn letztendlich der Song abgeblieben ist. Wie bereits erwähnt gibt es produktionstechnisch rein gar nichts zu bemängeln, ohne stimmiges Material hilft aber auch die beste Abmischung nichts und dass die vier Herrschaften einen großen Teil ihrer Einfälle (vor allem den Mix aus Death Metal Growls und knackigem Thrashriffing) bei ihren Landesvettern Hatesphere abgeschaut haben, hilft ihnen nicht wirklich weiter. Wer also einen unbeholfenen Death/Thrash/Metalcore-Klon sucht, der alle Lager befriedigen will, aber es letztendlich bei keinem einzigen schafft, kann zugreifen.

Anspieltipps:

  • Carnivora
  • He Who Whispers In The Back Of Us All

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