Criminal - White Hell - Cover
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Criminal White Hell


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Criminal aus Chile setzen ihren Thrash-Feldzug weiter fort, der bereits seit der Gründung 1991 bzw. dem ersten Longplayer „Victimized“ drei Jahre später für mehrere ausgerenkte Bandscheiben und Nackenwirbel sorgt. „White hell“ ist nun der sechste Dampfhammer von Anton Reisenegger (Gesang, Gitarre), Rodrigo Contreras (Gitarre), Dan Biggin (Bass) und Zac O´Neil (Schlagzeug), die bereits im Opener „21st century paranoia“ ihre Instrumente auf Durchzug schalten, während Sänger Reisenegger mit starken Todesblei-Ambitionen seinen Text aus sich herauskotzt. Doch Criminal legen erst so richtig mit dem völlig unvorhersehbaren „Crime and punishment“ los, das neben einem gnadenlosen Groove zusätzlich noch Tempo und Wiedererkennungswert mit einem stimmigen Heavy Metal Gitarrensolo im Mittelteil in sich birgt, bevor das Stück einen kurzen rhythmischen Abstecher macht nur um wie aus einem Guss wieder zur Ausgangsidee zurückzukehren. Kompromisslosigkeit und Spielwitz könnten nicht schöner miteinander kombiniert werden.

Dieses Schema wird in ähnlichen Varianten dann auch auf die restlichen zehn Thrashkeulen umgelegt, die allerdings nicht als billiger Abklatsch enden, sondern vom Gespür der Chilenen für ausgewogenes Songwriting zeugen. Dummerweise gibt es bei Criminal einen nicht zu vernachlässigenden Minuspunkt, der den sonst spieltechnisch einwandfreien Hörgenuss ein wenig schmälert und das ist die monotone Darbietung von Reisenegger. Zwar harmoniert sein heiseres Organ an und für sich wundervoll mit den Trümmerriffs und Doublebassattacken seiner Bandkollegen, doch spätestens nach ein paar Durchläufen wünscht man sich trotzdem er würde seine stimmlichen Ergüsse etwas variabler gestalten.

Nichtsdestotrotz befriedigen Criminal ein bestimmtes Bedürfnis ganz besonders und das ist dem Hörer mächtig eins in die Fresse zu geben, was angesichts der flinken Fingerfertigkeiten bei hohem Tempo nicht selten ein debiles Grinsen ins Gesicht zaubern lässt. Demnach ist „White hell“, abgesehen von der etwas eindimensionalen Performance des Sängers, für alle ein gefundenes Fressen, die auf handgemachten, knallharten Thrash Metal stehen, bei Soulfly die reinen Abrissbirnen schätzen, denen Slayer zu verfrickelt ist und Carnal Forge zu kurz. Fazit: Ab in den Player und gründlich die Ohren durchputzen lassen!

Anspieltipps:

  • Mobrule
  • Black Light
  • Crime And Punishment
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