Birdpen - On/Off/Safety/Danger - Cover
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Birdpen On/Off/Safety/Danger


  • Label: Headstrong/Discograph
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Was will man machen, angesichts eines solchen Debütalbums, das wie ein funkelnder Diamant aus der Masse der wöchentlichen Veröffentlichung heraussticht?

Wer oder was ist „Birdpen”? Sicher eine berechtigte Frage. Denn nach ihrer Gründung im Jahr 2003 hat die dreiköpfige Band aus Großbritannien (genauere Herkunftsangaben werden verweigert) „nur“ drei Maxi-Singles auf den Markt gebracht und Tourneen in eigenartigen schwarzen Uniformen absolviert. So kommen wir also nicht weiter. Interessanter wird es da schon, wenn wir erfahren, dass zwei der Birdpen-Mitglieder (nämlich Mike Bird und Dave Penney, der dritte im Bunde heißt James Livingston Seagull) zum aktuellen Line-Up der stürmisch gefeierten Electro-Prog-Band „Archive“ gehören.

Dadurch wissen wir nun in etwa mit wem wir es zu tun haben und wo wir Birdpen klangtechnisch einsortieren können. Denn der progressive Archive-Klangkosmos ist auch auf dem Birdpen-Debütalbum „On/Off/Safty/Danger“ an allen Ecken und Enden spürbar. Weitere Vergleiche sind mit möglich mit Coldplay (freilich nur der aktuellen Sorte) sowie Radiohead. Damit weiß der geneigte Käufer, dass er es nicht wirklich mit einem leicht konsumierbaren Album zu tun bekommt – und der Kenner freut sich einfach drauf.

Empfangen im Birdpen-Universum wird der Hörer mit dem fast schon poppigen und dadurch leicht zugänglichen „Breaking precedent“ (daher auch der Coldplay-Verweis), gefolgt vom stark an Radiohead gemahnenden „Airspace“. Ein herausragender Album-Einstieg, der einen Kommentar des britischen Senders BBC absolut nachvollziehbar macht. Dieser stellte fest, dass „Birdpen Stücke schreiben, die man schon beim ersten Hören zu kennen glaubt...“. Und genauso ist es, wobei das Trio nicht dumpf bei anderen Bands abkupfert, sondern sich lediglich die Inspiration für eigenständiges Material holt.

Dann soll es halt so sein, dass ein Industrial-Popper wie „Machines live like ordinary people” die magisch anziehende Düsternis von Depeche Modes’ „Personal Jesus” verstrahlt und mit Stücken wie „Man on fire“, „The ghost bird“, „Admiral red“ und „Slow“ hinreißend klingende Traumlandschaften aus dem Hut gezaubert werden, die dem Trio die schwere Bürde eines Pink-Floyd-Vergleichs einbringt. Aber was will man auch machen, angesichts eines solchen Debütalbums, das wie ein funkelnder Diamant aus der Masse der wöchentlichen Veröffentlichung heraussticht? Widerstand zwecklos. Applaus bitte!

Anspieltipps:

  • Slow
  • Man on fire
  • Admiral red
  • Breaking precedent
  • Machines live like ordinary people

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