Nat King Cole - Re:Generations - Cover
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Nat King Cole Re:Generations


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 46 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist schon ein wenig zweifelhaft und beängstigend was die folgenden Generationen nach seinem Tod alles mit seinem persönlichen Werk anstellen. Ob Elvis, Johnny Cash, Buddy Holly oder auch Kurt Cobain und Tupac Shakur. Sie alle faszinierten nach ihrem Tod, einige von Ihnen sogar mehr als vorher. Nun hat man sich entschlossen auf dem Tonträger „Re:Generations“ einige Werke des begnadeten Jazz-Musikers Nat King Cole von heutigen Künstlern neu interpretieren zu lassen. Mehr als 40 Jahre nach seinem Tod muss Cole zusehen, was aus seiner Musik gemacht wird - er kann sich schließlich nicht mehr wehren.

Unter dem wachsamen Auge von Cole’s Tochter Natalie, selbst eine fantastische Sängerin und mehrfache Grammy-Gewinnerin, nimmt das Geschehen seinen Lauf. Es knistert, ganz wie zu der Zeit, als Nat King Cole seine erste eigene Platte in der Hand hatte. Gleich beim ersten Song, einer Cee-Lo-Interpretation von „Lush Life“, versucht man mit Nostalgie zu spielen. Das lässt sich technisch nun mal auch auf CD oder als MP3 abbilden. Es ist aber nicht dasselbe und ähnlich verhält es sich nun auch mit dem vorliegenden Tonträger. Nat King Cole-Fans schütteln mit dem Kopf. Da überrascht es kaum, dass der eine Song, auf dem sich Tochter Natalie Cole mit Allround-Talent will.I.am an dem gefühlvollen „Straighten Up And Fly Right“ versuchen, die restliche Zusammenstellung überschattet. Bei diesem einen Song hat man einen Film vor Augen. Man sieht das Piano und auch die Bar an der die elegante Sängerin lehnt und gefühlvolle Töne über die Klänge des Piano haucht. Hier knistert nicht die Produktion, hier knistert die Stimmung. Authentizität pur.

Etwas lau wirkt der „Brazilian Love Song“, unglaublich unpassend dagegen die Interpretation des „Calypso Blues“ durch die Marley Bros. Unsägliche Shouts vermiesen jeglichen Hörgenuss und wirken wie Graffiti auf einem Hundertwasser-Haus. Der Rest der Zusammenstellung wechselt zwischen annehmbar beschwingt und mit der Aufgabe überforderten Produzenten und Künstlern. Nat King Cole kann nur froh sein, dass er das nicht mehr miterleben muss.

Anspieltipps:

  • Straighten Up And Fly Right
  • More & More Of Your Amor

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