The Villains - Slow Train - Cover
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The Villains Slow Train


  • Label: Esox Music/ALIVE
  • Laufzeit: 56 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Da flattert ein Album namens „Slow Train“ ins Haus des Rezensenten, der nach Betrachten des Covers und der Tracklist sofort zwei Bezugspunkte ausmacht: Bob Dylans „Slow Train Coming“ und „...Red’ nicht von Strassen, nicht von Zügen“ der Flowerpornoes. Da klettert die Erwartungshaltung naturgemäß in die Höhe.

Beginnen wir mit dem Positiven. Sandro Hecht (Bass) und René Szatmari (Drums, Percussion) balancieren gewandt und versiert zwischen Rhythmik und Melodie, tragen erstaunlich viel zum gesamten Klangbild bei, was wirklich nicht oft von einer Rhythmusgruppe behauptet werden kann, schon gar nicht in deutschen Landen. Jan Mas’ Spiel auf der Akustikgitarre ist punktgenau, technisch einwandfrei und auch seine Gesangsstimme hat Qualitäten, die über den Durchschnitt hinausgehen. Gerit Hechts Pianospiel ist kunstfertig und setzt die meisten musikalischen Akzente. Auch die deutsch- und englischsprachigen Texte heben sich von Vielem ab, was hierzulande so von sich gegeben wird.

Warum bitte funktioniert dann dieses Album nicht? Meiner Meinung nach ist das zu perfekt aufgenommen, da fehlen die Ecken und Kanten. Ein Missverhältnis entsteht zwischen den meist melancholischen Texten und dem technisch ausgefeilten Spiel, zu dem The Villains in der Lage sind. Zu gleichförmig produziert wirkt das, so dass sich trotz der Fertigkeiten nach vier, fünf Songs Langeweile breit macht. Sicherlich spürt man die Mühe und Detailgenauigkeit, die „Slow Train“ zugrunde liegt und genau darin liegt die Problematik des Ganzen. Etwas mehr Lockerheit, mehr „laid back“ hätte man sich gewünscht, wo doch punktuell das Westcoast Feeling aufblitzt und das Gespür Emotionen musikalisch umzusetzen durchaus vorhanden scheint. Vielleicht schafft es die Band beim nächsten Album ihr Potential auszuschöpfen und ihre Leidenschaft in die Songs und ihr Spiel zu transformieren. Die Flowerpornoes mit oben genanntem Album als Vorbild könnten hilfreich sein.

Anspieltipps:

  • Slow Train
  • Wieso sitzen sie da
  • The Boatman Dance

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