Malefice - Dawn Of Reprisal - Cover
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Malefice Dawn Of Reprisal


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Um sich als neue Band bemerkbar zu machen, reicht es nicht einen guten Song zu schreiben und damit über den Globus zu touren, sondern neben einem guten Bandkonzept sollte auch ein möglichst unverbrauchter Sound für Aufsehen sorgen. Die britischen Malefice haben sich das zu Herzen genommen und präsentierten auf ihrem Debüt „Entities“ (08/2007) eine „Grenzüberschreitung von Thrash, Death und Mathcore“ und statteten diesen Genremix nach Angabe ihres jetzigen Labels Metal Blade „mit demselben Power Groove, der schon Pantera und Lamb Of God zu Legenden gemacht hat“ aus. Dumm nur, dass ihrer zweiten Veröffentlichung ein wenig zuviel zugemutet wurde und der bunten Melange noch eine melancholische Seite und ein schwer nachvollziehbarer roter Faden spendiert wurden, die „Dawn of reprisal“ als eigenständiges Album nur schwer genießbar machen, da eher der Eindruck herrscht eine Metal-Compilation in Händen zu halten, denn ein in sich geschlossenes musikalisches Werk.

Einige werden jetzt meinen, dass Vielfalt wünschenswert ist, aber bei der Menge und Vielzahl an gegensätzlichen Ideen, die Malefice dem Hörer präsentieren, wäre es besser gewesen das eine oder andere Mal etwas kürzer zu treten anstatt mehrere Songs ad absurdum zu führen (z.B. „Retribution“). Die auffälligste Konstante ist immerhin das Schlagzeugspiel von Craig Thomas, was vor allem der wuchtigen Produktion geschuldet ist, selbst wenn sich seine Performance nicht über den Standard einer herkömmlichen Melodic Death-Truppe hebt. Ähnliches gilt für seine Kollegen Ben Symons (Gitarre), Alex Vuskans (Gitarre) und Tom Hynes (Bass), die jedoch kaum eigene Facetten aufweisen und selbst die Growls und heiseren Shouts von Dale Butler gibt es schon in zig anderen Bands zu hören, wenngleich Randy Blythe von Lamb Of God sicher den größten Einfluss auf Butler genommen haben dürfte.

Wäre das alles (also ein wilder Genremix, sowie zweckdienlicher Gesang und Musik) noch ausreichend um in überdurchschnittliche Gefilde aufzubrechen, machen es sich Malefice unnötig selbst schwer und wollen mit fortgeschrittener Laufzeit immer mehrere Stilrichtungen abdecken. So gibt es dann einen eigenen Ableger von Bands wie Scar Symmetry, Devildriver oder Daath (ohne elektronisches Beiwerk), mit „Hatred justified“ wird emotionsbetonter Metalcore untergebracht und „Sickened“ bedient sich an Mnemic und Meshuggah. Zwar sind diese Punkte bei Betrachtung jedes einzelnen Songs für sich allein hinfällig, da Malefice ja durchaus zu unterhalten wissen, aber in den Kontext eines Albums gestellt, ist „Dawn of reprisal“ eine schlichte Themenverfehlung und noch dazu trotz einer nicht gerade langen Spielzeit von 42 Minuten ein ziemlich mühsames Unterfangen.

Anspieltipps:

  • Sickened
  • End Of Days
  • When Embers Ignite

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