Melody Gardot - My One And Only Thrill - Cover
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Melody Gardot My One And Only Thrill


  • Label: Verve/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die amerikanische Songwriterin Melody Gardot bewies mit ihrem Debüt „Worrisome Heart“, dass man auch mit gerade einmal 22 Jahren dem Genre Jazz-Pop zu neuem Glanz und Erfolg verhelfen kann. Zwei Jahre später erscheint nun Gardots zweites Werk und mit Larry Klein (Joni Mitchell, Tracy Chapman) als Produzent und einem Orchester im Rücken meistert Melody Gardot wiederum die bekannte Hürde, anspruchsvollen Jazz/Blues/Pop von hoher Qualität abzuliefern. Die zwölf Tracks sind bis auf einen selbst komponiert, wobei es „If the stars were mine“ in zwei Versionen gibt (mit und ohne Orchester).

Schon die Tatsache wie Melody Gardot die schwere Aufgabe löst, den totgenudelten Hit „Somewhere over the rainbow“ zu covern, nötigt Respekt ab: Leichte Latin-Rhythmen und ihre starke warme Stimme zaubern einen ganz eigenen Gardot-Song daraus. Die übliche Instrumentierung, Piano, Gitarre (beides selbst gespielt), Geigen, Saxophon und den Rest der Orchesterinstrumente, die nicht in jedem Track eingreifen, verbinden sich in Kombination mit ihrer Stimme zu einer Musik, die kaum einen kalt lassen kann.

Die teilweise traurigen Texte passen sehr gut dazu und manchmal wundert man sich nicht wie schwermütig Gardot klingt: Nach einem Verkehrsunfall ist sie auf einen Stock und dunkle Sonnenbrillen angewiesen, was sicher auch die Auftritte auf der Bühne nicht gerade erleichtert, aber mit solch einer berührenden Stimme klappt auch das. Als Hörer muss man natürlich etwas dieser Musikrichtung Jazzpop gepaart mit Blues, der melancholischen, reduzierten, aber durchaus auch beschwingten Tönen, z.B. das französisch-englische „Les Etolies“, aufwartet, zugeneigt sein, allerdings zieht Melody Gardot alle Register, die bisherigen Verächter dieser Musik in ihren Bann zu ziehen. Dabei trifft sie vor allem bei den emotionalen Parts mit ihrer sanften und zarten Stimme, die so viel ausdrücken kann, den Hörnerv nachhaltig und nach einigen Durchgängen wird man dann spätestens zum Fan.

Das ist kein Party- oder Gute-Laune-Album, doch das will es beim besten Willen auch nicht sein, denn Melody Gardot besitzt einen anderen Anspruch, der sie auch mal „dideldum“ trällern lässt und das klingt trotzdem so gut. 48 Minuten lang gibt es keinen Grund weiter zu skippen und so kann der erst 24-Jährigen bei dem Talent eine große Zukunft vorausgesagt werden.

Anspieltipps:

  • If The Stars Were Mine
  • Your Heart Is As Black As Night
  • Les Etoiles
  • Somewhere Over The Rainbow

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