Selig - Und Endlich Unendlich - Cover
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Selig Und Endlich Unendlich


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Texte von Plewka besitzen immer noch die Qualität von früher und es macht Spaß, den Hamburger Musikern zu lauschen.

Im hochsommerlich warmen Berlin nahm ab August 2008 die deutsche Rockband Selig aus Hamburg ihre Reunion-CD auf, mit der sich die Mannen um Jan Plewka 12 Jahre nach ihrem dritten Album „Blender“ (1997) durchaus etwas überraschend zurückmelden. Sänger und Texter Plewka sang in der Zwischenzeit in mehreren Bands und auch Bassist Leo Schmidthals, Schlagzeuger Stephan Eggert, Gitarrist Christian Neander und Keyboarder Malte Neumann haben nach der Trennung weiter Musik gemacht.

Selig gleichnamiges Debütalbum bedeutete schon 1994 ihren Durchbruch, das zweite Album „Hier“ legten sie 1995 nach. Nachdem 1999 noch eine „Best of“-Compilation erschien, ist das neue Werk also erst Album Nummer vier im Lebenslauf der Band. Grunge, Rock, intelligente deutsche Texte sowie das emotionsreiche raue „Rio Reiser“-Timbre von Jan Plewka waren die musikalischen Markenzeichen von Selig in der Vergangenheit. Allerdings scheuten sie sich später auch nicht, Popelemente einzubauen und zunehmend noch mehr Eingängigkeit in ihre Musik zu lassen.

Die neuen 12 selbstkomponierten Tracks lassen alte Talente aufblitzen und im Grunde servieren die fünf ein melancholisches Sommerwerk, welches an alte Zeiten anknüpft und manch neue Band alt aussehen lässt. Jan Plewkas Stimme dominiert die Songs und die zahlreichen Tempowechsel garantieren abwechslungsreiche Kompositionen. Ob mit „Die alte Zeit zurück“ ein gesellschaftskritisches musikalisch treibendes, rockendes Wesen erschaffen wird oder mit „Traumfenster“ eine bewegende Ballade gereicht wird, Selig können einfach beides. Ein Song wie „Wie werden uns wiedersehen“, der so sanft beginnt und dann die ganze energische Spielfreude der Band ausbreitet, gehört zu den Stärken der CD.

Die Texte von Plewka besitzen immer noch die Qualität von früher und es macht Spaß, den Hamburger Musikern zu lauschen, die rocken können und trotzdem berühren. Sicherlich fehlen den Fans der frühen Selig ein wenig die Ecken und Kanten und einige Refrains glänzen eben mit dermaßen viel Eingängigkeit, dass es ab und an zu viel wird, aber Selig waren und sind qualitativ einfach unersetzlich für die deutsche Rockmusik.

Anspieltipps:

  • Schau schau
  • Immer wieder
  • Die alte Zeit zurück
  • Traumfester

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