Soundtrack - Hannah Montana: The Movie - Cover
Große Ansicht

Soundtrack Hannah Montana: The Movie


  • Label: Disney Records/EMI
  • Laufzeit: 61 Minuten
Artikel teilen:
3/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Jede Generation braucht ihr Idol. Ob es im Falle von Miley Stewart (gespielt von Miley Cyrus) unbedingt eine 13jährige Schülerin sein muss, die sich neben den normalen Problemen eines Teenagers noch mit einem Doppelleben als erfolgreiche Sängerin Hannah Montana rumschlagen muss, ist natürlich fragwürdig. Die vom Disney-Konzern inszenierte Serie ist jedenfalls enorm erfolgreich und kann neben den Soundtracks zu den einzelnen Staffeln, separat erhältlichen Karaoke-Versionen, einem Konzertfilm, DVDs über und mit Hannah Montana, sowie allerhand Merchandise-Artikeln nun auch mit einem abendfüllenden Kinostreifen aufwarten, der aufgrund des Plots wohl eher auf Hardcore-Fans abzielen dürfte.

Das Leben als Star hat Miley / Hannah den Blick für das Wesentliche vergessen lassen. Zuerst kommt es zu einem folgenschweren Vorfall mit Model Tyra Banks in einem Schuhgeschäft, dann kreuzt sie zu spät als Hannah Montana beim 16. Geburtstag ihrer besten Freundin Lilly auf und vergisst letztendlich in all dem Shopping-Trubel sich von ihrem Bruder Jackson zu verabschieden, der das elterliche Refugium im Bundesstaat Tennessee besuchen will. Ihr Vater Robby sieht Mileys / Hannahs Entwicklung natürlich nicht allzu gerne und beschließt seine Tochter wieder auf den richtigen Kurs zu bringen, in dem er sie ebenfalls in ihre stinklangweilige Heimatstadt Crowley Corners lockt, wo sie sich zwischen ihrem Leben als Superstar und der unbekannten Teenagerin inmitten von Kühen, Pferden und Heuballen entscheiden muss.

Natürlich ist die Story alles andere als originell und die Mär der unfreiwilligen Selbstfindung schon tausend Mal erzählt worden, doch der Erfolg und die für den Film relevante Zielgruppe geben der Produktion das Recht, diese ausgelutschte Handlung ein weiteres Mal zu erzählen sofern es das Bewusstsein der 8-16-Jährigen schärft. Hier soll allerdings nicht die müde Rahmenhandlung des Hannah Montana-Films kritisiert werden, sondern seine Musik, die bereits zwei Wochen vor dem US-Kinostart (deutsche Fans müssen sich noch bis Anfang Juni gedulden) auf den Markt kommt. Darauf wird ein weiteres Mal eine strenge Trennung zwischen der Glitzer- und Glamourwelt von Hannah Montana und dem zweiten Alter Ego Miley Cyrus vorgenommen, was sich auch musikalisch niederschlägt.

Pompös, überladen und stets partytauglich gibt sich das austauschbare Pop-Konfetti von Hannah Montana („You´ll always find your way back home“, „Let´s get crazy“, „The good life“, „Let´s do this”, “Spotlight”, What´s not to like”), während Miley abgesehen vom Hillbilly-Sound eines “Hoedown throwdown” mit Fidel und Squaredance-Melodie eher geerdetere Bahnen durchläuft und die nachdenklichere Seite als eine Art Avril Lavigne oder Ashlee Simpson-Kopie („Don´t walk away“, „Dream“, „The climb“) gibt. Dieser Zugang ist für ältere Semester sicher interessanter, wirklich umwerfend, weil zu berechnend, ist aber selbst diese Vorstellung nicht. Die wenigen Pluspunkte verdient sich der Soundtrack vor allem wegen den Beiträgen von Country/Pop-Sängerin Taylor Swift („Crazier“) und der mehrfach platinveredelten Truppe Rascal Flatts, die mit „Backwards“ und „Bless the broken road“ zwei emotionale wie rhythmusbetonte Akustikversionen vorlegen, die im Original auf den Alben „Feels like today“ und „Me and my gang“ zu finden sind.

Schulterzucken erntet Steve Rushton mit seinen beiden Beiträgen, von denen „Everything I want“ als gut gemeinte Schunkel-Reggae-Nummer und „Game over“ mit Pop-Punk-Ambitionen der Marke Simple Plan eher langweilen als unterhalten, während das Duett „Butterfly fly away“ von Billy Ray Cyrus mit seiner Tochter Miley und sein Solo-Auftritt „Back to Tennessee“ trotz fehlender Eigenständigkeit wenigstens als bemüht einzustufen sind. Abschließend jagt noch der „The best of both worlds: The 2009 movie mix“ durch die Boxen, wo Hannah Montana wieder als abgebrühtes Showgirl agieren darf und der Eindruck bestätigt wird: Es ist eben doch nur für Teenager konzipiert.

Anspieltipps:

  • Taylor Swift – Crazier
  • Miley Cyrus – The Climb
  • Rascal Flatts – Backwards
  • Hannah Montana – You´ll Always Find Your Way Back Home

Neue Kritiken im Genre „Pop“
7/10

Playback: The Brian Wilson Anthology
  • 2017    
Diskutiere über „Soundtrack“
comments powered by Disqus