Joe Bonamassa - The Ballad Of John Henry - Cover
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Joe Bonamassa The Ballad Of John Henry


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 64 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Bonamassa. Joe Bonamassa. Ein grandioser Gitarrist, der den Blues im Blut hat. So empfand auch B. B. King, der Bluesmeister höchstpersönlich, und lies den erst 12-jährigen Bonamassa in seinem Vorprogramm auftreten. Seitdem ist seine Popularität steil gestiegen. Im Jahre 2000 veröffentlichte er seine erste Platte und nun, neun Jahre später, bereits das siebte Studioalbum „The Ballad Of John Henry“. Der 31-Jährige präsentiert auf seinen Alben stets eine Mischung aus eigenen Kompositionen und Cover-Songs. Er legt dabei großen Wert darauf jedes Album anders auszurichten. „You & Me“ zeigte die rockige Seite des Blues, während „Sloe Gin“ mehr die balladeske Seite zum Vorschein brachte. Das neueste Werk ist wieder deutlich rockiger und zeigt die Vielseitigkeit des Bluesrock und vor allem die von Bonamassa.

Wer ist nun dieser ominöse John Henry im Titel? John Henry ist ein amerikanischer Volksheld, „a working class hero“, der beim Tunnelbau für eine Eisenbahnstrecke mit seinem Hammer gegen einen Dampfbetriebene Maschine antrat, um die Industrialisierung aufzuhalten und damit seinen und den Job seiner Kollegen zu retten. Er gewann den Wettbewerb, brach jedoch kurze Zeit später entkräftet zusammen und verstarb. Für Joe Bonamassa sind die Arbeiter, die einen Beitrag für die Gesellschaft leisten ohne berühmt zu sein oder in wichtigen Positionen zu sitzen, die wahren Volkshelden.

Kommen wir zur Musik. Die erste Hälfte des Albums entstand in einer glücklichen Phase des Gitarristen, während er die zweite Hälfte in genau entgegen gesetzten Verhältnissen kreierte. Zu Beginn rockt der Titelsong „The Ballad Of John Henry“ mächtig los und man merkt nach kurzer Zeit, der sonst so klassisch musizierende Bonamassa legt nun Wert auf zusätzliche Instrumente und kompositorische Feinheiten. Hier Streicher, da Gräusche von Ketten. Eine sehr überzeugende Darbietung der Legende von John Henry. „Stop!“ ist das erste Cover des Albums, ein Sam Brown Klassiker. Die jüngere Generation sollte es spätestens seit dem Mercedes-Benz Spot im Fernsehen kennen. „Last Kiss“ ist live im Studio aufgenommen worden und man hört deutlich die kompositorisch einfachere Struktur, eine nach vorne rockende Nummer ohne viel Schnickschnack. Das Tom Waits Cover „Jockey Full Of Bourbon“ hat eine deutliche Saloon-Manier, besonders durch den Klaviersound. Wirklich interessant anders. Das sehr rockige und eingängige „Story Of A Quarryman“ erzählt von dem missglückten Umzug in ein Gebiet, das einem Steinbruch glich. „Lonesome Road Blues“ ist deutlich bluesiger aber immer noch ziemlich flott, erinnert vom Gitarrensound an B. B. King.

„Happier Times“ läutet die traurigere, niedergeschlagene Seite des Albums ein und erzählt von der großen Liebe die sich als keine herausstellte. Eine Ballade, die doch keine ist, da sie durch laute Emotionsausbrüche immer wieder umschwingt. Grandiose Schlagzeugarbeit, gefühlvoller Gesang und ein klasse Gitarrensolo machen dieses Lied zu einem absoluten Highlight des Albums. Ein weiteres Cover ist das berühmte „Feelin’ Good“, ein Musicalstück, welches unter anderem von Nina Simone, George Micheal, Muse und den Pussycat Dolls gecovert wurde. Ein gutes Lied, keine Frage, aber brauchen wir davon noch eine Version? Danach versucht sich Herr Bonamassa im funkigen Blues mit „Funkier Than A Mosquito’s Tweeter“, das mit einem ganzen Bläserarrangement aufwartet, aber die Stimmung will sich nicht wirklich einstellen. „The Great Flood“ ist eine traurige Ballade, eine musikalische Entschuldigung an seine Ex-Freundin, die er nie ausgesprochen hat. Zum Ende entwickelt sich eine gefühlvolle Konversation zwischen Gitarre und Saxophone. Gefolgt wird dies von „From The Valley“, einem kurzen instrumentalen Track der ruhigen Sorte mit Akustikgitarre und Slide. Eine Hommage an Ry Cooder. Zum Schluss gibt es noch das Cover von „As The Crow Flies“ von Tony Joe White.

Die meisten Gitarristen versuchen durch einen sich vom Rest abhebenden Sound ihrer Gitarre hervorzutun, ein Widererkennungsmerkmal zu finden. Herr Bonamassa hingegen benutzt viele unterschiedliche Gitarren und passt den Sound zu den Songs ab damit sie facettenreicher und realistischer rüber kommen. Und das gelingt ihm auch.

Anspieltipps:

  • The Ballad Of John Henry
  • Stop!
  • Jockey Full Of Bourbon
  • Happier Times
  • The Great Flood

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