The Virgins - The Virgins - Cover
Große Ansicht

The Virgins The Virgins


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 34 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

New York City hat musikalisch schon so einiges zum Vorschein gebracht. Nicht selten bringt man diese Stadt auch schnell mit neuen Bands in Verbindung, um die dann ebenso schnell ein relativ großer Hype entsteht. Spontan fallen einem da die Strokes oder z.B. auch MGMT ein, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Und es scheint so, als ob in diesem Sommer ein weiteres Highlight hinzukommen wird. Denn jetzt greifen die Jungfrauen an – The Virgins.

Bei diesen Jungfrauen handelt es sich dabei tatsächlich um eine (ehemals) vierköpfige musikalische Indie-Rock-Kapelle, die mit ihrer gleichnamigen Debüt-LP einen echten Volltreffer gelandet hat und vielleicht schon sehr bald auch jenseits des großen Teichs den Status des reinen Insidertipps Ad acta legen darf. Gegründet bereits im Jahr 2005 legen Donald Cumming (Gesang, Gitarre), Wade Oates (Gitarre), Nick Ackerman (Bass) und Drummer Erik Ratensperger (zum Zeitpunkt der Rezension kein Mitglied der Band mehr) auf ihrem leider sehr kurzen (34 Minuten) ersten Album eine Sommerplatte vor, wie sie im Buche steht. Das letzte Mal, dass mich ein erstes Album einer Band derart schnell in seinen Bann ziehen konnte war vermutlich das Debut der Last Shadow Puppets oder gar „Hot Fuss“, bekanntlich das Erstlingswerk der inzwischen mächtigen Killers – zumindest letzteres ist ja nun schon einige Jahre her.

Aber der Reihe nach. Angefangen hat alles damit, dass Donald Cumming selbst damit begann Songs zu schreiben, bevor er überhaupt eine Band beisammen hatte. Auf der Suche nach eben jener, stieß er dann auf Wade Oates und Nick Ackermann und zusammen begannen sie eine erste EP aufzunehmen, teils bestehend aus neuen Songs, aber auch aus Songs, die Cumming selber geschrieben hatte und die somit bereits als Demo herumflogen. Diese EP wurde dann an Freunde und Bekannte verteilt und erreichte schließlich über Umwege auch ihre heutige Plattenfirma Atlantic Records, welche die noch nichtmal vollständig formierte Band daraufhin sofort mit einem Vertrag ausstattete.

Der hier vorliegende Silberling ist nun also das erste regulär veröffentlichte Studioalbum und gleich ein echtes kleines Juwel in der Musiklandschaft. Die Einflüsse reichen von Garagengitarren über diverse funkige Elemente bis hin zu allseits stilsicheren Bauteilen der 80s Disco. Garniert wird diese Mischung mit luftig leichten Melodien und einem ordentlich hohen Mitsingfaktor („Murder“, „Private Affair“). Sie wurden unlängst als „die Strokes zu denen man tanzen kann“ bezeichnet. Bleibt abzuwarten, ob dieser Hype gerechtfertigt ist und ob das nächste Album den hohen Standards dieser Platte gerecht werden können wird.

Auf jeden Fall machen gute Laune Songs wie „Rich Girls“ (war bereits 2008 im Rolling Stone unter den 100 besten Songs des Jahres auf Platz 68) und nicht zuletzt das famos verspielte Stück „Teen Lovers“ (ein heißer Kandidat für den Sommersong des aktuellen Jahres) so viel Spaß (das Albumcover besteht im Übrigen nicht ganz umsonst aus quietschbunten Bonbonpapieren), dass es eigentlich müßig ist sich heuer um die Zukunft der Jungs zu kümmern, denn wenn kein mittelgroßes Wunder passiert, dann wird man sehr zeitnah noch einiges von Ihnen hören und erwarten dürfen. Richtige Ausfälle gibt es auf dem Album keine, allerdings würde man sich wünschen, es würde nicht nur knapp mehr als eine halbe Stunde verfliegen, bis der Spaß wieder vorbei ist und man dadurch notgedrungen die Repeat-Taste diesen Sommer wohl ein wenig wird überbeanspruchen müssen.

Anspieltipps:

  • Rich Girls
  • Teen Lovers
  • Murder
  • Private Affair

Neue Kritiken im Genre „Indie-Rock“
6/10

Popular Music
  • 2017    
Diskutiere über „The Virgins“
comments powered by Disqus