Lamb Of God - Wrath - Cover
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Lamb Of God Wrath


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Lamb Of Gods Fünfte ist ein wuchtiges Statement geworden, das Fans von Threat Signal, Chimaira, Still Remains, As I Lay Dying oder Hatesphere antesten sollten.

„Nach ihren gigantischen Erfolgen in den Staaten haben sie das europäische Roadrunner-Schiff bestiegen, um die Eroberung Europas zu besiegeln“ heißt es im Begleittext zu Lamb Of Gods fünftem Hassbrocken, der mit „Wrath“ nicht treffender betitelt werden konnte. Es ist wirklich interessant, wieso es Randy Blythe (Gesang), Mark Morton (Gitarre), Will Adler (Gitarre), John Campbell (Bass) und Chris Adler (Schlagzeug) noch nicht geschafft haben, nach 3 Millionen verkaufter Scheiben weltweit (etwa die Hälfte davon allein in den Vereinigten Staaten) einen weitaus größeren Stellenwert einzunehmen, der ihnen eigentlich zustehen würde. Schließlich bedient das Lamm Gottes mit technischer Präzision, Uptempo-Knüppelei und aggressiven Screams und Growls abgesehen von klar gesungenen Parts alle Trademarks einer herkömmlichen Metalcore-Truppe und von denen hat in letzter Zeit so gut wie jede einmal ihre 15 Minuten Ruhm abbekommen.

Wieso die vor dem Jahrhundertwechsel noch unter dem Namen Burn The Priest firmierende Kapelle trotz hoher Wertungen für vorangegangene Outputs Hampelmänner wie Bullet For My Valentine nicht zu Staub zermahlen hat, dürfte abgesehen von kaum bis gar keiner stattgefundenen Promotion weiterhin ein Rätsel bleiben, da schließlich auch viele andere Bands ohne finanziell starkes Label im Rücken Aufmerksamkeit erregen. Lässt man den noch sehr handzahmen Opener von „Wrath“ verstreichen und ergießt sich erst einmal die pure Aggression von „In your words“ über einen, wird das Fragezeichen jedenfalls immer größer. Ein satter Groove kopuliert mit dem heiseren Organ Blythes, während Drummer Adler seine Felle meist im Stakkato bedient und auf den Punkt gebrachte Riffkanonaden aus dem Song eine wutentbrannte Abreibung machen. „Set to fail“ legt noch an Tempo und Härte zu, „Contractor“ sorgt allein beim Gedanken an den Moshpit für offene Wunden, „Fake messiah“ schießt ebenso aus vollen Rohren und bevor sich Reizüberflutung bemerkbar macht, drosselt „Grace“ kurzerhand das Tempo.

Dummerweise offenbart dieser notwendige Kniff die Grenzen von Lamb Of God, denn sowohl jener Track als auch „Broken hands“ entfalten nicht dieselbe Faszination und Durchtriebenheit wie die vorangegangenen Stücke. Das weiß „Dead seeds“ mit einer technisch beeindruckenden Vorstellung im Keim zu ersticken, allerdings fördern die folgenden Nummern „Everything to nothing“, „Choke sermon“ und mit einigen Abstrichen „Reclamation“ keine neuen Aspekte zu Tage, was die Platte im letzten Drittel beliebig wirken lässt. „Wrath“ jetzt deswegen zu einer schlechten Veröffentlichung zu degradieren wäre zu viel des Guten, allerdings ist es natürlich schade, dass einige Songs nicht eine ähnliche Variabilität und hemmungslosen Spielwitz an den Tag legen wie „In your words“ oder „Set to fail“, sondern mehr oder weniger etwas abgewandelte Ideen dessen anbieten. Dennoch ist Lamb Of Gods Fünfte ein wuchtiges Statement geworden, das Fans von Threat Signal, Chimaira, Still Remains, As I Lay Dying oder Hatesphere vor allem wegen der verwandten Mischung aus Thrash Metal und Hardcore mit würzigen Death-Growls antesten sollten.

Anspieltipps:

  • Contractor
  • Set To Fail
  • Dead Seeds
  • In Your Words

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