The Glam - Escapism - Cover
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The Glam Escapism


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach drei guten bis sehr guten Vorabsingles („All the universe“, „Join the spectres“ und „Walking ghost“) legt die Hamburger Band The Glam mit „Escapism“ ihr langerwartetes, von Franz Plasa (Heinz Rudolf Kunze, Selig, Echt, Stoppok, Fury In The Slaughterhouse) produziertes Debütalbum vor. Das bedeutet: Ab jetzt gilt es für das Trio wirklich! Platz für Füllmaterial wie auf den drei Singles gibt es auf dem Album ganz gewiss keinen mehr.

In knapp 41 Minuten bzw. neun Songs (plus Intro und Outro) müssen Frederic (Musik, Text, Gesang, Gitarre), Phil (Bass) und Julien (Drums) unter Beweis stellen, dass ihr Job als Tour-Support von Cinema Bizarre nur ein schlechter Witz war und dass sie aus der großen Masse zum Teil grottenschlechter Newcomer herausragen, die Woche für Woche die Redaktionsbriefkästen dieses Landes mit Schrott-CDs verstopfen. Gnade vor Recht gilt hier schon lange nicht mehr. Deshalb unser frommer Wunsch an die Labels: Härtere Auswahlkriterien, dadurch weniger Masse und automatisch mehr Qualität.

Sicher, als junge Band hat man es heute nicht leicht. Umso mehr gilt deshalb die Regel, dass nur die wirklich Guten groß herauskommen bzw. überleben. Und siehe da, bei The Glam kann man durchaus das Gefühl haben, dass hier was gehen könnte. Denn das Trio legt auf „Escapism“ eine Songsammlung vor, die sich in einer stilistischen Schnittmenge aus so unterschiedlichen Bands wie Polarkreis 18, Placebo, U2 und The Killers bewegt. Das hat Potenzial und Langzeitwirkung und macht Spaß entdeckt zu werden.

Schon der Opener „Introducing The Glam“ drückt soviel Leidenschaft und Gespür für Melodien und Atmosphäre in gerade mal zwei Minuten, dass einem Tränen der Freude in den Augen stehen. Und dies war nur der Anfang. Denn in der Folgezeit holen The Glam zum großen Schlag aus und verpacken sehnsuchtsvolle BritPop-Melodien („All the universe“) mit leichtem Glamrock-Einschlag („Join the spectres“) in große Hymnen („Well-lighted places“) und kleine Dramen („Rome is calling“). Das hat alles Hand und Fuß und richtig Klasse!

„Escapism“ ist ein starkes Debütalbum mit überraschend vielen hochklassigen Songs. Deshalb müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn sich The Glam nicht freischwimmen und durchsetzten könnten.

Anspieltipps:

  • White noise
  • Walking ghost
  • Rome is calling
  • Flaming splendour
  • Well-lighted places

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