Reigns - The House On The Causeway - Cover
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Reigns The House On The Causeway


  • Label: Monotreme Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Willkommen in der Welt von Morgen! So oder so ähnlich kündigt sich Reigns Album „The House On The Causeway“ an. Von der ersten Sekunde nach dem Pianointro übernehmen wie schon auf Thom Yorkes „Eraser“ die Computer das Kommando. Synthesizer und Soundprogramme bestimmen das Gesamtbild und Nebenher gleich mit. Selbst die Stimmen werden weitestgehend in „Fitter Happier“-Manier wiedergegeben. Naja, ein wenig Emotionen sind hier dann doch zu hören. Stoisch ist das Gesamtbild jedoch alle mal, was die Briten hier abliefern.

Reigns ist, das stellt sich auch sehr schnell heraus, keine Band für die Massen. Ein Ozean, der keine Stürme kennt, höchstens Ebbe und Flut, die sacht am Strand ankommen und deren riesige Gewalten man nur erahnen kann. Ruhige Loungemusik, die nur mit einzelnen Effekten für Veränderung und Entwicklung sorgt. Die beruhigenden Stimmen erzählen Geschichten, die mal ganz nah und dann wieder fern erscheinen, ganz nach der Laune und dem Zustand des Hörers. Dementsprechend verwundert ein Instrumentalstück wie „Mirrors At Night“ auch nicht, denn der Effekt auf den Hörer steht hier im Vordergrund und keine Botschaften oder Hooklines.

Dass das auch mal ein wenig abgehoben klingen kann mit Telefonstörgeräuschen(„Crex, Crex, Crex“) ist zu verschmerzen und hat für einige auch einen gewissen Reiz. Ansonsten steht auch hier der Rhythmus und die mal düstere, mal schwelgende Atmosphäre im Vordergrund (und gleichzeitig im Hintergrund). Trotzdem ist das natürlich nicht frei von Schwächen, so auch das folgende „Vaulted“, das ein wenig zu eingängig als Klavierstück daherkommt. Dann kommt aber die große Überraschung in Form von „Mab Crease“. Reign können massentaugliche Songs schreiben, wenn sie wollen. Bis auf den fehlenden Gesang (es wird eher gesprochen).

„Take It Down“ versinkt beinahe wieder wie „Vaulted“ in sich selbst, kann aber mit schönerer Melodie und besser platzierten „Störgeräuschen“ überzeugen. Warum dann noch „Your Tiny Frozen Hand“ als Klavierstück folgen muss, ist allerdings ein Rätsel. Entschädigen tut dafür das grandiose „The Black Cramp“, das mit der genannten Naturgewalt diesmal nicht hinterm Berg hält, sondern die Kraft deutlich zeigt und jene spüren lässt, die sich ganz der Musik widmen. Für solche Lieder lohnt es sich ein Album zu hören und etwaige Schwächen werden dann gerne mal übersehen (für den Moment). Dann ertönt das Outro und man hatte viel Intensität, aber garantiert wenig Stress in der letzten Dreiviertelstunde. Ein manches Mal fehlt die Abwechslung, die ein elektronisches Meisterwerk wie eben Yorkes „Eraser“ ausmacht, doch im Grunde stimmt das Meiste und das ist doch eine menge wert.

Anspieltipps:

  • Everything Beyond These Walls Has Been Razed
  • Mirrors At Night
  • The Black Cramp

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