Bonnie Prince Billy - Beware - Cover
Große Ansicht

Bonnie Prince Billy Beware


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Beware” setzt die hochkarätige Reise des Amerikaners fort.

Will Oldham fungiert seit Ende der Neunziger unter dem Pseudonym Bonnie Prince Billy und kann unter diesem Qualität versprechenden Namen mittlerweile gut ein Dutzend Platten vorweisen, egal ob nun reguläres Album, Live-Aufnahme oder EP. Er arbeitete mit Björk zusammen, nahm mit Johnny Cash den Bonnie Prince Billy-Song „I See A Darkness“ neu auf und konnte auch mit Tortoise zeigen, wie wichtig er in dieser kurzen Zeit geworden ist. Alben wie „I See A Darkness“, „Master And Everyone“, das mit Björk-Produzent Valgeir Sigurdsson in Reykjavik aufgenommene „The Letting Go“ oder eben auch das neue Werk „Beware“ spielen in einer Liga, die für so viele Singer/Songwriter unerreichbar bleiben wird und dabei so gänzlich unbeeindruckt von der obskuren Welt da draussen eine Wärme und Vertrautheit versprühen, der man einfach verfallen muss, wenn der erste Schritt in den so umtriebigen Kosmos von Will Oldham getan ist.

Zusammen mit der Band aus Josh Abrams, Jennifer Hutt, Emmett Kelly sowie Michael Zerang und vielen Gästen groovt sich der Opener „Beware Your Only Friend” mit beherzten (Steel-) Gitarren-Arrangements, gospel-artigem Chor-Gesang und einem stimmgewaltigen Bonnie Prince Billy ins Herz. Solide Nashville-Kost gibt es danach bei „You Can´t Hurt Me Now”, welches trotz wunderbar tragischer Note und Xylophon-Einsatz etwas schwachbrüstig ausfällt. Gut, dass „My Life´s Work” diesen beiläufigen Eindruck schnell wieder beiseite schiebt und „Death Final” ebenso bitter wie süßlich den melancholischen Reigen sehnsuchtsvoll weiterführt. Dazu gibt es in der Instrumentierung so viel zu entdecken, wovon als Beispiel die zeitweiligen Bläser-Schönheiten, Mundharmonika, Streicher und (natürlich) die Steel-Gitarre genannt seien.

Perfekt sind auch die weiblichen Gesangs-Parts gewählt, die sich an Bonnie Prince Billys ohnehin schon umwerfenden Stimme schmiegen und wie beim spielerischen Liebes-Abgesang „You Don´t Love Me” zweistimmig die Sonne aufgehen lassen. Eben diese Eigenschaft, scheinbar beiläufig die Welt mit lockeren Folk-Songs retten zu können und auf der anderen Seite all den Schmerz, den ein Leben bereit hält, in der Musik zu verarbeiten und die dunkle Seite zu zelebrieren, ohne einen Hauch von Schönheit vermissen zu lassen, macht Bonnie Prince Billy zu einem Songwriter, den man einfach gehört und gefühlt haben muss. Auch „Beware” macht da keine Ausnahme und setzt die hochkarätige Reise des Amerikaners fort, auf dass sie hoffentlich noch lange weitergeht.

Anspieltipps:

  • Heart's Arms
  • You Don't Love Me
  • There Is Something I Have To Say
  • Afraid Ain't Me

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
6.5/10

The Gospel According To Water
  • 2019    
Diskutiere über „Bonnie Prince Billy“
comments powered by Disqus