Toboggan - E Brutal - Cover
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Toboggan E Brutal


  • Label: Sinnbus/ALIVE
  • Laufzeit: 41 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Typisch Sinnbus! Und das im positiven Sinne. Toboggan aus Lausanne existieren zwar schon ganze sechs Jahre länger als das Berliner Plattenlabel, aber mit „E Brutal“ vertreiben die Post-, Indie- und Elektro-Rockfreunde aus der Hauptstadt nun ihre Veröffentlichung SR031. Und wo wäre diese Platte besser aufgehoben als hier zwischen „Kate Mosh“, „SDNMT“ und „I Might Be Wrong“?

Nirgends! Denn Toboggans drittes Album ist leichtlebig und ausgefuchst, lebt von seiner treibenden Akustikattitüde, verbreitet die harmonische Melancholie elektronisch veredelten Postrocks und passt auch deshalb so herrlich in den SR-Künstlerkatalog. Valérie Niederoest singt äußerst unaufdringlich und ihre Stimme scheint immer wieder zwischen weit entfernt und doch ganz nah zu schwanken. Wie auch das gesamte Musikspektrum dieser Band distanziert und dennoch intim wirkt. So wie der atmosphärisch dichte Einstieg „Play, Play“, das Indie-Rüttelnde „Fields“ oder die ohrenberaubende Elektrorockmixtur eines „Clear Day“.

Ein Instrumental wie der elektronisch getriebene Rock-Irrlauf durch einen dunklen Wald, in dem nur hier und dort neongrelle Soundmarkierungen an riesigen Bäumen den Weg dieser „Mission“ weisen, gehört zu den vielen Höhepunkten dieser Platte. Im gleichen Atemzug sind auch das sich in bester Mogwai’scher Tradition in einen Rausch musizierende „Stare“ sowie das zu Beginn knarrende, scharrende, kratzende und bedrohlich wirkende „It’s About Waiting“ zu nennen. Letzteres wird zunächst von beruhigenden Gitarrenklängen heruntergefahren, um dann erneut vom Postrock-Defribillator wieder ins Albumleben zurückgeholt zu werden.

Die drei SchweizerInnen von Toboggan verpacken auf „E Brutal“ zehn anregende Nummern, die mit tiefgängiger Melancholie und vielen mitreißenden Momenten durchweg überzeugen können. Eine weitere gern gehörte Erscheinung auf Sinnbus Records, die vehement gegen gängige und massenkommerzielle Trends anspielt und hoffentlich auch gerade deshalb noch von vielen Musikbegeisterten entdeckt wird.

Anspieltipps:

  • Mission
  • Clear Day
  • It’s About Waiting
  • Stare
  • The Office

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