Madeleine Peyroux - Bare Bones - Cover
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Madeleine Peyroux Bare Bones


  • Label: Decca/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Knapp zweieinhalb Jahre sind seit ihrem letzten Album sind ins Land gestrichen und nun ist die Amerikanerin Madeleine Peyroux wieder zurück mit Jazz-Pop der ruhigen und beruhigenden Sorte. Wer diesmal Jazz im klassischen Sinne von Madame Peyroux erwartet, sollte auch diesmal gleich die Fensterläden schließen, denn die Sängerin benutzt den Jazz weiterhin nur als Grundfeste ihrer Musik, welche sich mit weichem Songwriter-Talent vermischt und eine warme Akustikgitarren-Atmosphäre mit Pop-Einschlag erschafft.

Während die Welt gerade damit beschäftigt ist, mitten im Chaos zu versinken, beschäftigen sich viele Musiker nicht wirklich damit. Das soll kein Vorwurf sein, denn wir können ja nicht alle die schlechten Dinge der Welt, auch wenn sie finanziell global sind, beweinen. Also singen wir einfach weiter, wie vorher schon. So kommt „Instead“ geradezu unverschämt leichtfüßig und an vergangene Jahrzehnte erinnernd daher und schert sich einen Dreck um Depressionen. Diese gute Laune wird zwar ein wenig zu lange ausgelutscht, aber ein stimmungsvoller und doch angenehm zurückgenommener Einstieg ist gewährleistet, was uns auch gleich zum Titeltrack weiterführt. Und dieser Song führt auch das Rezept konsequent weiter. Ohne jede Höhen oder Tiefen schaukelt das Lied knappe vier Minuten durch das Zimmer und in die Gehörgänge und verabschiedet sich. Ohne Dreck zu hinterlassen, aber auch ohne einmal durchgewischt zu haben.

Die positive Energie kann man Madeleine zwar auch diesmal nicht absprechen, doch wenn gute Laune automatisch so eintönig klingen muss, dann will man gar nicht mehr eitel Sonnenschein genießen. Die Lieder wirken schnell austauschbar, denn sie klingen einfach zu gleich, zu harmonisch, zu wenig gewillt, aus dem Muster auszubrechen. Selbst „You Can’t Do Me“ kann sich nur kurzzeitig durch die lebhafte Melodie abgrenzen, bevor das 0815-Schema wieder durchscheint. Allerdings bessert sich das Gesamtbild mit dem anschließenden „Love And Treachery“, welches trotz der viel zu ausgeprägten Homogenität eine mehr ausgeprägte Songstruktur vorzuweisen versteht.

Dieser Fortschritt kann sich bis auf wenige Ausnahmen etablieren und so lässt sich durch instrumentale das Geschehen viel besser genießen. Bis zum Schluss wird man zwar das Gefühl nicht los, dass die Abwechslung fehlt und der Unterhaltungswert einfach zu schwach ist, aber in anderer Laune ist so eine warme Musik, wie sie Frau Peyroux macht, bestimmt eine Wohltat. Und manchmal ist es wirklich besser, einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Dass es allerdings Menschen gibt, die das noch besser vermitteln können als die sympathische Songwriterin mit Jazzfable, weiß sie hoffentlich auch selbt. Auf dass das nächste Album wieder in höhere Regionen vorstoßen kann.

Anspieltipps:

  • Love And Treachery
  • Our Lady Of Pigalle
  • Homeless Happiness

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