Thin Lizzy - Still Dangerous - Cover
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Thin Lizzy Still Dangerous


  • Label: Thin Lizzy Productions
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Story von Phil Lynott (1949-1986) gehört zu den großen, tragischen Geschichten des Rock’n’Roll. Der aus Dublin stammende Sänger und Bassist war das kreative Oberhaupt der 1969 gegründeten Band Thin Lizzy, die zu den frühen Vorreitern des Hardrock zählte. Er schrieb zahlreiche Hits wie „Jailbreak“, „Boys are back in town“ und „Dancing in the moonlight“, die Thin Lizzy zu Superstars der 70er Jahre machten. 1983 löste Phil Lynott die Band auf und verfiel seiner Drogensucht. Neben Alkohol, Tabletten, LSD und Kokain griff er auch zu Heroin. Als Folge verließen ihn Frau und Kinder. Der Versuch, Thin Lizzy wiederzubeleben, scheiterte am plötzlichen Tod Phil Lynotts am 4. Januar 1986. Das ist die Lebensgeschichte eines großen Songwritertalents im Zeitraffer.

Noch heute zählen viele Musiker Phil Lynott zu ihren Einflüssen. Warum das so ist, zeigt diese Veröffentlichung, die als Quasi-Nachfolger des legendären 1978er Live-Albums „Live And Dangerous“ gilt, das sich immer Vorwürfe gefallen lassen musste, mit exzessiven Overdubs belegt zu sein. Jetzt soll „Still Dangerous“ mit den Gerüchten aufräumen und das wahre Gesicht von Thin Lizzy zeigen. Doch so richtig lassen auch die Macher des neu gegründeten „Thin Lizzy Productions“-Labels die Katze nicht aus dem Sack. Denn das während der 1977er „Bad Reputation“-Tour im Tower Theatre in Philadelphia aufgenommene Konzert kommt zerstückelt und in neu zusammengesetzter Song-Reihenfolge daher.

Die werbeträchtige Aussage, dass es die Fans jetzt endlich mit dem einzig wahren „Live And Dangerous“-Album zu tun bekommen, das den „raw, unadulterated, untouched Sound of Thin Lizzy at the absolute Height of their Powers“ zeigt, stimmt leider nur halb. Dennoch belegen die zehn Songs auf „Still Dangerous“ das enorme Potenzial von Thin Lizzy als grandiose Live-Band sowie von Phil Lynott als Songwriter. So macht es auch über 30 Jahre nach diesem Gig einen Riesenspaß, knackigen Rockern wie „Don’t believe a word“, ausufernden Jams wie „Me and the boys“ und zeitlosen Hits wie „Boys are back in town“ zu lauschen. Overdubs und andere nachträgliche Spielereien hin oder her, das hier macht richtig Laune!

Anspieltipps:

  • Jailbreak
  • Opium trail
  • Cowboy song
  • Me and the boys

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