Wizard - Thor - Cover
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Wizard Thor


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Kennen Sie das Gesellschaftsspiel „Tabu“? Nein? Nun, es geht schlicht und ergreifend darum Begriffe zu erklären, jedoch dürfen jeweils fünf bestimmte Wörter nicht dazu verwendet werden, die diese Aufgabe in der anberaumten Zeit erheblich erleichtern würden. Während also die neueste Scheibe der deutschen Metal-Truppe Wizard im CD-Player rotiert, stellt sich einem unweigerlich die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn Sven D´Anna (Gesang, Keyboard), Dano Boland (Gitarre), Michael Maaß (Gitarre), Volker Leson (Bass) und Sören van Heek (Schlagzeug) beim Schreiben der Texte bei jedem „mighty“, „hammer“, „guard“, „Asgard“ oder „thunder“ ganz laut gehupt hätten (bei „Tabu“ wird so auf einen Regelverstoß hingewiesen), denn bereits nach den drei flotten Eröffnungstracks „Utgard“, „Midgard´s guardian“ und „Asgard“ will man eigentlich nichts mehr von Donnergott Thor und seinen spannenden Abenteuern hören, die das deutsche Gespann musikalisch im 20. Jahr ihres Bestehens aufbereitet hat.

Dabei ist der erste True Metal-Brecher aus dem Hause Wizard mit zwei Gitarristen im Gepäck alles andere als eine fade Angelegenheit. Die zwischen Power und Thrash pendelnde, aber auch klassische Heavy Metal-Einflüsse zulassende Klangkulisse ist stimmig und die epischen Kämpfe der nordischen Mythologie werden dementsprechend atmosphärisch untermauert, aber die Frage, was sich D´Anna & Co. bei den Lyrics gedacht haben, stellt sich einem leider nicht allzu selten. Gefühlte hundert Mal fallen die oben genannten Wörter, die schon nach dem ersten Durchgang für ein nervöses Zucken sorgen, denn das Thor einen mächtiger Gott war und einen tollen Hammer hatte, weiß ein jeder Hammerfall-Fan oder halbwegs gebildeter Mensch ohnehin. Diesen Fakt zig Mal in den unterschiedlichsten Stimmlagen zu unterstreichen, überzeugt den Hörer nämlich nicht vom tollen Organ des Sängers, sondern schlägt stattdessen in Langeweile und dem Bedienen der Skip-Taste um.

„Thor“ wäre ganz sicher ein tolles Geschenk für all die hartgesottenen Anhänger geworden, die diese Band zwei Dekaden lang begleitet haben. Selbst für jene, die der Truppe ob ihrer allzu True Metal inspirierten Herangehensweise Marke Manowar nur ein müdes Lächeln entgegenwerfen konnten, die neueste Scheibe aus dem Hause Wizard wäre einem Wirbelsturm gleich durch das Wohnzimmer gekracht. Das ist aber leider nicht passiert. „Thor“ ist kraftvoller, energiestrotzender Metal, der seinen kompletten Kredit an den Texten verheizt, was nichts anderes als ein riesengroßer Minuspunkt ist, der mit ein wenig mehr Feinarbeit ausgemerzt hätte werden können. Da hilft es dann auch nicht ständig den Konjunktiv zu bemühen. Schade!

Anspieltipps:

  • Ressurection
  • Serpents Venom
  • Utgard (False Games)
  • Utgard (The Beginning)

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