Static-X - Cult Of Static - Cover
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Static-X Cult Of Static


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der kommerziell größte Erfolg von Static-X liegt mit „Wisconsin death trip“ (03/1999) bereits zehn Jahre zurück. Das hatte beim Debüt aber auch einen guten Grund. Mitten in der boomenden Nu Metal-Welle verschaffte sich die Band Gehör, in dem sie zwar ähnlich hartes und abgehacktes Riffing betrieb und dies mit einem tiefgelegten Sound abschmeckte, doch gerade die dezenten Industrial-Verzierungen und Wayne Statics einzigartiger Beitrag in Sachen Stakkato-Shouts, die er damals noch nicht so exzessiv einsetzte wie auf nachfolgenden Veröffentlichungen, machten den Erstling im nach und nach erstarkenden Genre, das mit Limp Bizkit, Korn und Konsorten reichlich überbevölkert war, zu einer headbangenden Abwechslung.

Jetzt, zehn Jahre später, sind Static-X von Platin- und Gold-Auszeichnungen schon längere Zeit verschont und versorgen sozusagen nur mehr den hartgesottenen Kern mit neuem Material, genauer gesagt den „Cult of Static“, wie bereits der Albumtitel andeuten soll. „Allein die Fans haben uns zu einer der größten Underground-Bands in den USA gemacht“ erläutert der Mann mit der Turmfrisur, während der sechste Longplayer nur sehr behäbig ins Rollen kommt und nach Parallelen zu Skinny Puppy („Lunatic“), dem allseits bekannten, gleichförmig-minimalistischen Stampf-Rhythmus („Z28“, „Terminal“, „Hypure“) und einer langatmigen Midtempo-Walze („Tera-fied“) in „Stingwray“ wenigstens die Eier besitzt den monotonen Songablauf mit einer aggressiven Doublebass-Passage zu kontern.

Wer jetzt allerdings der Meinung ist, das „Cult of Static“ danach endlich loslegt und die elektrifizierten Beats wie eh und je einer metallischen Gehirnwäsche unterzieht, der irrt. „You am I“ donnert zwar noch mit bitterbösem Groove durch die Boxen, doch bereits „Isolaytore“ schunkelt sich wieder mehr schlecht als recht durch einen treibenden, aber recht ziellosen Track, was „Nocturnally“ und „Grind 2 halt“ durch gedrosselte Schlagzahl erneut versuchen, aber ebenso scheitern lässt. Ein letzter Lichtblick ist „Skinned“: Angefangen vom klassischen, mit computergenerierten Sounds geschmückten Intro, bis hin zur rockigen Unterlage hat diese Nummer eigentlich alles, was den Großteil der letzten Alben auszeichnete und zu immer wieder gern gehörten Scheiben machte.

Inwiefern die Hardcore-Fans diese lahmarschige Vorstellung gut heißen werden, bleibt abzuwarten. Neue Fans wird es für den „Cult of Static“ dieses Jahr wohl allerdings kaum welche geben, dafür legen Static-X eine zu selbstverliebte Darbietung ihres musikalischen Spektrums vor, die sich bestenfalls als Insiderplatte für Insider vermarkten lässt. Wer jedoch nur auf weiteres, mit den Trademarks der Band versetztes Material gewartet hat, wird wahrscheinlich bald die Veröffentlichung des Jahres in Händen halten.

Anspieltipps:

  • Skinned
  • You Am I
  • Stingwray

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