The View - Which Bitch? - Cover
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The View Which Bitch?


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor etwas mehr als zwei Jahren gehörte diese Band aus Dundee zu meinen ersten Besprechungen. Und wenn ich meine früheren Kommentare zu The View mit ihrem heutigen Bekanntheitsgrad hierzulande vergleiche, dann beschleicht mich das Gefühl, „dass der diesmal unumstritten berechtigte Hype um The View von damals leider nicht bis zu uns herüber geschwappt zu sein scheint.

Anno 2009 starten die jungen Schotten einen neuen Anlauf auch außerhalb ihrer kronroyalen Insel-Grenzen dem gemeinen independent-rockigen Volk gehörig auf dem Trommelfell herumzutanzen. „Which Bitch?“ heißt der Nachfolger des grandiosen Debüts „Hats Off To The Buskers“ und es stellt sich die berechtigte Frage, ob die schwierige zweite Platte den hohen Erwartungen auch standhalten kann? Es beginnt viel versprechend: „Typical Time 2“ ist die konsequente Fortsetzung des gleichnamigen Bonus Tracks des Vorgängers. Ein kurzes akustisches Folk-Blues-Liedchen mit Mundharmonika und Piano, das direkt in die erste Single-Auskopplung „5Rebeccas“ überleitet, welche in Sachen Eingängigkeit und Pop-Appeal den Hits des The-View-Erstlings in nichts nachzuklingen scheint. Großen Anteil daran hat auch der ehemalige Oasis-Produzent Owen Morris, der erneut die Pegel im Hintergrund steuert und den Sound der Band in hitverdächtige Bahnen lenkt.

So zu hören auf dem in Mike Skinner und Malcom Middleton ähnelnden Sprechgesangs-Passagen getauchten und mit kraftvollem „shout/it/from/the/rooftop“-Refrain rockenden „One Off Pretender“, dem 50er Jahre Rock N’ Roll Aufhänger „Temptation Dice“ oder einem atmosphärisch geladenen Rockausbruch Marke „Glass Smash“. Das erinnert wieder stark an die Ohrwurm-Ansammlung des Band-Erstlings. Auch das wild polternde „Shock Horror“ und der geklampfte, akustische Lagerfeuer-Beitrag „Gem Of A Bird“ offenbaren, dass die Schotten nichts von ihrem Gespür für locker-leichte und sich im Ohr fest tackernden Melodien eingebüßt haben. Dass sie jedoch nicht ausschließlich auf die melodische Erfolgsformel ihres Debüts zurückgreifen, hört man auf der ruhigen und wehmütigen Ballade „Unexpected“, dem von cineastisch anmutenden Orchesterklängen und Beatles-artigen Reverse-Geigen getragenen „Distant Dubloon“ oder während des bittersüß-tragischen Gastauftritts des schottischen Liedermachers Paolo Nutini auf dem highländigen „Covers“.

Seinem musikalischen Vorgänger kann „Which Bitch?“ nicht ganz das Wasser reichen. Aber das ist nach dem fulminanten hors d’oeuvre dieser Band auch keine all zu große Überraschung. Dennoch haben sich The View hörbar weiterentwickelt und werden mit Sicherheit auch in Zukunft, die eine oder andere Überraschung aus ihren Gitarrenkoffern ziehen.

Anspieltipps:

  • 5 Rebeccas
  • One Off Pretender
  • Distant Dubloon
  • Covers

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