Inevitable End - The Severed Inception - Cover
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Inevitable End The Severed Inception


  • Label: Relapse Records
  • Laufzeit: 33 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Endlich wieder ein Album, das durch seinen enormen Härtegrad etliche Klischees abdeckt, die all die Jahre Unwissende über extremen Metal von sich gegeben haben. „Krawall, musikalischer Durchfall, unkontrolliertes, sinnloses Herumgeschrubbe an den Instrumenten und irgendwer schreit dazu“ sind allerdings nur einige Assoziationen, die beim Hören von „The severed inception“ aufkommen. Genial verschachtelte Songs, progressive Übereinanderschichtung instrumentaler Wut und eine brutale Todesblei meets Grindcore-Abreibung, an dessen technisch verspieltes Massaker 2009 wohl so schnell keine andere Band herankommen wird, sind Eindrücke, die auf die frisch bei Relapse untergekommenen Schweden von Inevitable End eher zutreffen.

Dabei ist die kompromisslos dargebrachte Idee hinter dem Debüt von Andreas Gerdén (Gesang), Marcus Bertilsson (Gitarre), Emil Westerdahl (Bass) und Joakim Malmborg (Schlagzeug) keineswegs neu und Death Metal mit Grindcore zu kreuzen geradezu offensichtlich, doch mit Ausnahme von einigen Passagen perfektioniert der Vierer diesen Zugang einfach dermaßen stimmig und stets nachvollziehbar, dass Fans der Krawallschmiede Relapse allein beim Gedanken an weitere Veröffentlichungen der Truppe in feuchte Tagträume ausbrechen dürften. Bereits das Eröffnungsbollwerk mit dem Titeltrack und „Dreamsight synopsis“ gibt den eindeutigen Kurs vor und schießt aus vollen Rohren, was nicht immer nur stur nach vorne mit Tempo 250 gegen die Wand bedeutet, sondern ebenso etliche Haken schlägt, wodurch selbst nach ein paar Hördurchgängen immer neue Abzweigungen oder Details ausgemacht werden können.

Zwar stagniert nach einiger Zeit die unzurechnungsfähige Tour de Force und pendelt sich auf leicht überdurchschnittlichem Niveau ein, doch drei Songs vor Schluss legen Inevitable End noch einmal alles in die Waagschale und kontern die bekannten Strukturen mit unerwarteten Groove-Einlagen, hemmungslosen Blastbeat-Orgien und stilistischen Ausfallsschritten („Firstborn of all dead“ wildert in der letzten Minute in Postcore-Gewässern oder „Apprentice luminous acquaintance“ liefert einen verstörenden Noise-Auftakt) in die gegensätzlichsten Richtungen, das von fehlender Abwechslung eigentlich nie gesprochen werden kann. Einzig und allein die kurze Spielzeit von 33 Minuten schmälert das Vergnügen ein wenig, wobei sich die Frage stellt ob eine längere Vorstellung derartiger Takt- und Rhythmuswechsel nicht sowieso eine Reizüberflutung hervorgerufen hätte.

Anspieltipps:

  • Dreamsight Synopsis
  • Firstborn Of All Dead
  • Persevering Incitement

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