One Fine Day - One Fine Day - Cover
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One Fine Day One Fine Day


  • Label: Ferryhouse/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit 1999 und der EP „What We Share“ sowie dem Longplayer „How To Decide“ aus 2002 konnten die Hamburger Jungs von One Fine Day mit ihrem US-inspirierten Pop-Punk für gute Laune und eine stetig wachsende Fangemeinde sorgen, auch wenn der große Erfolg ausblieb. Die Alben „Faster Than The World“ (2004) und „Damn Right“ (2006) folgten, während man sich für den neuesten, selbstbetitelten Output ein gutes Jahr Zeit nahm und sich der Aufnahmeprozess über diese Dauer erstreckte. Es sollte also heranreifen, dieses neue Werk, das im Promo-Text mit den Worten „Mut zum Experiment. Grenzen? Fehlanzeige.“ beschrieben wird, nur leider nicht allzu viel Kreatives bietet, obwohl handwerklich solide Arbeit geleistet wird. Der Sound ist immer noch sehr amerikanisch, verweist aber mittlerweile eher auf theatralische My Chemical Romance oder die Kaugummi-Pop-Momente von Good Charlotte, wobei auch Everlast mal vorbeischaut.

Im Opener „Eat Your Lies“ stehen sich effekt-beladende Gitarren und plastische Keyboard-Sounds, die an Filmmusik zu seichten Horrorstreifen erinnern, gegenüber. Hätte man den allzu glatten Schliff weggelassen und auf dominantere Gitarren anstatt der dünnen Keyboard-Einsätze gesetzt, wäre der Auftakt durchaus gelungen gewesen. So fallen noch die schwachbrüstigen Shouts negativ ins Gewicht, die dagegen bei „Wake Up“ ihre Wirkung entfalten und kraftvoll zu melodischen Gitarren tönen. Der theatralische Anteil bewegt sich bei eben diesem Song in angenehmen Bahnen und auch der Classic Rock-Anteil kommt der Gesamtwirkung zugute, ohne das Songwriting außer Acht zu lassen. Als typische Radio-Songs mit erhöhter Airplay-Chance zeigen sich „Jimmy´s Day“ (das in seiner beschwingt poppigen Art mitreißt) und das durch Streicher sowie träge Singalongs erdrückte „Emily“, welches den Zuckerguss definitiv zu dick aufträgt.

Dass die vermeintlichen Experimente auch funktionieren, hört man bei „The Shadows“, in dem ein Ska-Rhythmus regiert und die Swing-Einlagen beste Laune verbreiten, wie auch bei oben bereits erwähntem, direkt folgendem „Wake Up“. Qualitativ stark schwankend präsentiert sich also „One Fine Day“, welches neben gähnender Langeweile aus längst vergessenem My Chemical Romance-Fundus auch einfach bestens rockende Musik bereithält, was im relativ schnörkellosen „Modern Messiah“ punkrockig das Herz erfreut und an anderen Stellen ebenso unterhaltsam ist, in der Gesamtheit aber zu viel Songwriting-Ideen vermissen lässt und zu oft irgendwelchen Vorbildern nacheifert, was im Radio-Tagesgeschäft sicherlich funktioniert, aber im Gros der aktuellen Veröffentlichungen untergehen wird.

Anspieltipps:

  • Jimmy´s Day
  • The Shadow
  • Wake Up
  • Modern Messiah

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