Vivian - Nordic Hotel - Cover
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Vivian Nordic Hotel


  • Label: Neo/SonyBMG
  • Laufzeit: 55 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Schweizer Rockformation aus dem wunderschönen Luzern legt mit „Nordic Hotel“ schon ihr fünftes Album vor. Da wird nicht mehr großartig experimentiert, sondern da hat man sich gefunden. So ist es meistens und unter diesem Gesichtspunkt wurde auch bei Vivian das neue Album aufgenommen. Es sind mehr feine Pinselstriche, die jetzt noch zu malen sind, als die Grundrisse von etwas völlig Neuem. Noch sind sie zwar Alternative-Rocker, jedoch geht das neueste Output schon stark in Richtung des großen Stroms und vielleicht kommen die vier Eidgenossen da ja auch endlich richtig an. In der Schweiz ist der Durchbruch auf jeden Fall schon geschafft.

Das Programm kommt auch dem Hörer aus deutschen Landen schnell bekannt vor, denn die Schweizer folgen einem recht bekannten Schema, was englisch singende Bands aus dem deutschsprachigen Raum angeht. Das ist nicht zwingend negativ gemeint, allerdings sucht man auch vergebens nach dem ganz großen Wurf. So ist „I’ll Never Let You Go“ von Titel und Aufbau her schon fast verboten schablonenhaft. Dass es auch besser geht zeigen interessantere Rhythmen („She’s Mine“) und bessere Ausarbeitungen wie in der Vorabsingle „Another Last Shot“. Hier wird ein solider Song runtergespult, dem an nichts Nötigem fehlt, dafür aber an dem besonderen Touch.

Was ist also der Grund, warum man Vivian nun loben und preisen sollte? Wenn irgendetwas auf jeden Fall für die Combo spricht, dann die gute Laune, die sie versprühen können. Eine Ballade wie „Call Out My Name“ kann getrost als netter, aber vergessenswerter Einschub gesehen werden und dafür wird bei „Wanna Go To Mars“ wieder gefeiert. Auch hier fehlt zwar das letzte Detail, doch dafür ist die gute Laune garantiert und das Lied wird keine Sekunde langweilig. So geht es doch auch.

Ansonsten spezialisieren sich die Jungens aus Luzern auf fast schon zu sauber programmierte Nummern à la „Another Last Shot“. So ist auch „Better“ ein guter Track, dem aber das eigene Gesicht abhanden kommt. So plätschern gute Nummern beinahe vor sich hin, weil ihnen diese eigenständige Marke fehlt. Genauso „The Sun“, welches eine der besseren Balladen ist, jedoch zu sehr in Einfachheit versinkt, nachdem der Beginn viel versprechend ist. Bis „Catch Me“ gleichen sich die Tracks wieder zumindest in einer Weise, dass man sie für Geschwister halten muss. Wenn Vivian einen Weg finden ihre Stücke ein wenig weiter von einander abzugrenzen, dann steht eigentlich eine rosige Zukunft ins Haus. So gibt sich die Musik noch ziemlich limitiert.

Den Abschluss des Albums machen dann wieder zwei ruhige Nummern, als da wäre der überlange Rausschmeißer „Wrong Again“, welches sich ein Schicksal mit „The Sun“ teilt, wenngleich ein hoher Sympathiefaktor von diesem Stück ausgeht. Das Album hört dann auf, wie es angefangen hat. Das Lied könnte von irgendwem stammen und auch wenn es einen durchaus positiven Eindruck hinterlässt (auch wenn der Text an Konventionalität kaum zu überbieten ist), fehlt die eigenständige Note. So endet eine LP die wirklich nicht viel Grund zum Jammern gibt und an der es keinen wirklichen Haken gibt. Und genau da ist das Problem!

Anspieltipps:

  • Another Last Shot
  • Wanna Go To Mars
  • The Sun

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