Kid Down - I Want My Girlfriend Rich - Cover
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Kid Down I Want My Girlfriend Rich


  • Label: Burning Heart/SPV
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Schweden ist nach Großbritannien wohl inzwischen Europas größter Musikableger. Woche für Woche wollen neue Neuentdeckungen aus dem schönen Sverige, die schwedischen Charts und wenn es geht, gleich noch den Rest des Kontinents stürmen. Dies versuchen sie meistens mit jeder Menge Stil in Form von feinen Anzügen oder mit jugendlichem Charme. Nicht selten soll das Ganze dann aufeinander treffen, wie sich die Hives oder Mando Diao selbst beschreiben würden. Das sei dann auch mal so dahingestellt. Was feststeht, ist, dass seit einigen Jahren durchweg solide Ware in Sachen Musik dort aus Skandinavien kommt. Der Löwenanteil gehört dabei den Schweden, und somit ist auch niemand verwundert, dass „Kid Down“ eben dorther kommen.

Lässt der Hörer vor dem ersten Anhören seine Augen einen Blick auf die Tracklist werfen, wird er ziemlich ausgefallene Titel finden, aber auch ziemlich konservative. Wie soll sich das denn vereinen? Nun, ein Titel ist ja auch nur die Verpackung. Was drinnen steckt, da kommt es drauf an! Gerade deswegen aber will man von einer Mogelpackung sprechen, wenn „To The Rhythm Of A New Beat“ ertönt, denn vergebens lauscht man nach eben diesem neuen Beat. Ein Highschool-Rocker der schlichten Sorte, der die Schienen schnell auf Mainstream eicht. Die vielgenannten Blink 182 lassen grüßen.

Das ist auch kein Ausrutscher oder ein Tiefpunkt des Albums, sondern es handelt sich schlichtweg um die Definition des Musikstils von „Kid Down“. Die Zielgruppe dieser Musik ist damit ebenfalls schnell ausgemacht und das ist ja alles verschmerzbar, doch warum sich die folgenden Lieder „I’m Your Villain“ und „I’ll Do It (For You)“ so ziemlich gleich anhören müssen und so dem seichten Gewässer dieses Party-Rocks noch mehr Tiefe nehmen, ist durchaus irritierend. Wo es abwärts geht, muss es aber auch wieder aufwärts gehen und so steht mit „Break My Back!“ eine Ohrwurm-Nummer, die das Genre würdig vertritt und mit einigen, nennen wir sie mal Finessen aufwarten kann.

Der Höhepunkt des Albums, zumindest was den Titel angeht, folgt dann mit „People Say You Find Everything On Wikipedia“. Musikalisch und textlich kann der Song nicht ansatzweise die Erwartungen erfüllen. Wieder so eine Mogelpackung, dass man ein eigentlich solides Lied am liebsten aus dem Fenster werfen möchte (aber wie macht man das mit einem Lied?). Im Endeffekt bleibt sich die Musik der Schweden ziemlich gleich. Ein „Forget“ kann mal eine etwas andere Stimmung erzeugen, aber das war es dann auch schon. Die Rocker sind alle auf hüpfende Massen von 11-21 Jahren gedacht und so wirken sie nun einmal auch.

Wären also nur noch die beiden Balladen zu erwähnen, die natürlich viel leichter gefallen, wenn man den Rest schon mochte, aber auch für Feinde dieses recht schlichten Rocks sind diese ansprechend. Da steckt natürlich ganz viel Berechnung dahinter, aber was soll’s? „Between My Hands“ ist beinahe mehr eine Interlude, denn ein eigenständiges Lied. Dennoch strahlt es eine positive, angenehme Aura aus, die sich wunderbar in den Rest des Albums einfügt un nicht aufgesetzt wirkt. Auch das letzte Stück „Apples And Pills“ ist bei genauerer Betrachtung einer von den elf weiteren Rocksongs, die so vor sich hinfeiern. Der einzige große Unterschied ist das heruntergeschraubte Tempo und die ruhigen Strophen. So endet das Album ganz im Sinne der vier Lebemänner aus dem Norden und wohl auch in jenem ihrer Fans.

Anspieltipps:

  • Forget
  • Between My Hands
  • Apples And Pills

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