Fuzzman - Fuzzman 2 - Cover
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Fuzzman Fuzzman 2


  • Label: Wohnzimmer/Broken Silence
  • Laufzeit: 38 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Den reinen Eckdaten nach könnte die Vermutung aufgestellt werden, Herwig Zamernik hat sich für seine zweite Soloplatte nur auf das Wesentlichste konzentriert, hat die zerrissenen Songgeflechte des Vorgängers entsorgt und will mit „Fuzzman 2“ ein wenig Wiedergutmachung leisten. Lediglich 12 Songs zieren die Platte, die eine Gesamtspieldauer von 38 Minuten aufweisen, was im Vergleich zum fast doppelt so langen Debüts des Naked Lunch-Bassisten einiges an Neugier und Interesse wecken lässt.

Doch weit gefehlt. Der Opener „The wild gods“ gibt sich zwar bemüht eingängig, leidet aber noch immer unter denselben Symptomen wie Zamerniks erster Versuch vor drei Jahren. Unentschlossen, träge und mit einem eigentümlichen Sinn für Melodie erklingen verschiedene Instrumente. Eine Orgel tönt angestrengt im Hintergrund während Mr. Fuzzman seine bewusst windschiefe und nicht immer angenehme Stimme erhebt und den Song zu einem Refrain führt, dessen Thema dann in Endlosschleife bis zum Schluss wiederholt wird. Im Gegensatz zum eher ruhigen Beginn rockt „Love & laugh“ regelrecht lautstark aus den Boxen und bleibt neben dem ähnlich gelagerten „A break for the broken ones“ einer der wenigen Lichtblicke auf einem Album, das die Definition Independent vortrefflich verdient.

Schließlich sind ein reines Krawallexperiment wie „When life becomes a hand grenade“ oder gelegentliche Störgeräusche oder lästiges Gequietsche (z.B. „Based on nothing“) keineswegs massentauglich. Logisch, dass kommerzieller Erfolg nicht Zamerniks Intention bei „Fuzzman 2“ war, aber etwas mehr Umsicht hätte den Songgebilden sicherlich nicht schlecht getan, da stellenweise durchaus eindringliche Momente entstehen, die jedoch meist daran scheitern bei der nächsten Abzweigung zwanghaft künstlerische Freiheiten zu bedienen. So zerpflückt Fuzzman völlig unnötig die fragile Klaviermelodie in „Fairytale man“ oder übertreibt die intensive Natürlichkeit eines „Old man down“ mit der Ausdehnung dessen auf stolze fünf Minuten, in denen bei der Hälfte aber schon alles gesagt ist. Damit ist der zweite Soloausflug des Österreichers erneut ein Fest für Indie-Puristen, gestaltet sich aber selbst für diesen eingeschworenen Kreis schwer zugänglich.

Anspieltipps:

  • Fairytale Man
  • Love & Laugh
  • A Break For The Broken Ones

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