The Black Box Revelation - Set Your Head On Fire - Cover
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The Black Box Revelation Set Your Head On Fire


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„Set Your Head On Fire“- entsprechender hätte der Titel dieses Albums nun wirklich nicht lauten können. The Black Box Revelation zündeln gewaltig an des Hörers Synapsen. Ihr druckvoller, schmutziger und lauter Rock N’ Roll klingt derart cool und routiniert, dass man meinen könne man habe gegenwärtig eine Horde abgebrühter und seit Jahrzehnten im Musikzirkus herum randalierenden Veteranen am Ohr.

Weit gefehlt! Denn hier hat man es nicht nur mit dem Debüt einer (man höre und staune) belgischen Band zu tun, sondern auch „nur“ deren zwei Mitgliedern. Dem 19-jährigen Jan Paternoster (Gitarre, Vocals) und dem noch zwei Jahre jüngeren Dries Van Diyck an den Drums, die es in bereits solch jugendlichem Alter schaffen, nicht nach plumpen Rock-Stars-Klonen zu klingen, sondern mit einer gehörigen Portion Rolling Stones, Datsuns und Black Rebel Motorcycle Club ihren ganz eigenen und kratzend-keifenden Sound zu kreieren. Überaus bemerkenswert wie die zwei jungen Belgier immens dichte Klangwände aufbauen und ihre Stücke trotz dieser minimalistischen Besetzung in dermaßen akustische Breiten zu musizieren in der Lage sind.

Auf dem diabolisch-staubigen Opener „Love, Love Is On My Mind“ vermutet man es mit den bösen Zwillingsgeschwistern der White Stripes zu hören zu haben. Und die gesamte Spielzeit über fragt man sich ob da tatsächlich nur ein rockendes Duo am Werke ist. Denn die Hurrastimmung die sie auf ihren zehn Nummern verbreiten, würde man in jener kompakten Form eher von einer sechsköpfigen Musiker-Armada erwarten. Egal ob auf dem staubig-bluesigen, zum „Lederjacke-wieder-aus-dem-Schrank-holen“ animierenden „Gravity Blues“, der einer psychedelischen Melodie nachjagende und furztrockene Gitarrensound eines „Love In Your Head“ oder dem einfach saucoolen sowie dezent temperierten „Never Alone, Always Together“. Schein- und Hörbar spielend leicht schütteln die beiden Kracher wie „We Never Wondered Why“ oder das von peitschenden Riffs und prügelnden Drums nach vorne getriebene „I Don’t Want It“ aus dem Ärmel.

Nach diesen, einen akustischen Flächenbrand auslösenden 43 „Set Your Head On Fire“-Minuten ist auch die Nachricht, dass die beiden im Vorprogramm der anstehenden Europa-Tournee der Eagles Of Death Metal spielen werden absolut keine Überraschung mehr. Wenn sich da der Hauptakt nicht mal ein gewaltiges Eigentor geschossen hat. Denn es ist durchaus vorstellbar, dass The Black Box Revelation sich dann mit ihrem unbekümmerten und wilden Soundspektakel flugs als die wahre Attraktion erweisen werden.

Anspieltipps:

  • Love, Love Is On My Mind
  • I Think I Like You
  • Never Alone, Always Together
  • Set Your Head On Fire
  • I Don’t Want It

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